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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Hofier.

Sinne  den  Pfalzgrafen,  '•  der  Markgraf  von  Brandenburg  den
Cölner.
Soweit  waren  die  Dinge  gekommen,  als  Armerstorff  nach
Mainz  kam,  mit  dem  Churfürsten  unterhandelte  und  dann  auch
dem  Brandenburger  schrieb,  ihn  aufforderte,  sein  Versprechen  zu
halten  und  ihn  an  den  Markgrafen  Casimir  verwies,  welcher
als  Bevollmächtigter  zu  ihm  kommen  würde.  Der  Churfürst
von  Mainz  stellte  seinem  Bruder  noch  ferner  vor,  was  daraus
erfolgen  würde,  wenn  die  anderen  Chur  fürsten  für  Karl  und
sie  beide  für  K.  Franz  wären.  Der  Churfürst  von  Brandenburg ­
  antwortete  Armerstorff  ganz  kurz,  es  werde  ihn  freuen,
seinen  Vetter  zu  sehen.  Er  selbst  werde  thun,  was  er  dem
Reiche,  der  Christenheit  und  seiner  Ehre  für  angemessen  erachte. ­
  Seinem  Bruder  aber  antwortete  er,  er  habe  alle  von  ihm
unterschriebenen  Artikel  bereits  in  die  Hände  des  französischen
Unterhändlers  Joachim  von  Maltzan  gelegt.  Diese  aber  waren:
der  Erzbischof  wolle  in  allem  dem  Könige  Franz  seine  Treue
wahren,  der  König  ihm  120,000  fl.  zum  frommen  Werke  des
Baues  der  Kirche,  der  hl.  Magdalena  in  Halle  geben;  dazu
eine  Pension  von  jährlich  10,000  fl.  wenn  ihm  der  König  nicht
ein  französisches  Bisthum  dafür  gäbe.  Der  König  wolle  ihm
für  das,  was  in  Augsburg  geschehen  war,  Verzeihung  angedeihen ­
  lassen,  ihn  gegen  die  Spanier  vertheidigen,  oder  wer  ihn
sonst  wegen  der  Wahl  angreifen  werde.  Der  König  sollte  ihm
ferner  die  Würde  eines  päpstlichen  Legaten  in  Deutschland  verschaffen, ­
  ihm  das  Recht  ertheilen,  sich  einen  Coadjutor  zu  nehmen,
Kanzleramt  und  Reichssiegel  zu  bewahren,  ihm  seine  Privilegien, ­
  namentlich  über  Mainz  bestätigen,  ihn  gegen  den  hessischen ­
  Zoll  schützen. 2  In  der  Urkunde  K.  Franz  I.  wurden
Iv.  -Karl  und  Erzherzog  Ferdinand  geradezu  als  diejenigen  bezeichnet, ­
  gegen  welche  der  König  den  deutschen  Erzbischof
schützen  wolle.  Für  die  lebenslängliche  Pension  wurde  noch

1  Der  Pfalzgraf  hatte  aber  bereits  am  14.  Novbr.  selbst  dem  König  wissen
lassen,  er  liege  die  alten  Gesinnungen,  werde  ihm  seine  Stimme  geben
und  verlange  das  alte  Geld  nebst  Geheimhaltung  der  Sache.  Mignet.
2  Le  Glay  II.  n.  CXT.  Darüber  wurde  sodann  ein  königliches  Instrument
ausgestellt,  n.  CXII.
            
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