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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl's  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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Geld  nach  Frankfurt  geschafft  werden,  um  Alles  zu  bestreiten,  1
was  versprochen  worden  war.  Auch  der  König  von  Dänemark,
Schwager  des  Churfürsten  von  Brandenburg  und  Neffe  des
Churfürsten  von  Sachsen,  erklärte  sich  für  K.  Karl,  wenn  man
sich  auch  von  seiner  Verwendung 2  hei  Beiden  nicht  viel  versprach. ­
  Die  spanischen  Agenten  fingen  an,  sich  über  die  Scharound
  Ehrlosigkeit  der  Churfürsten  selbst  zu  schämen,  und  es
ist  sehr  zu  bedauern,  dass  Armerstorff  (14.  April)  nicht  uns
wörtlich  die  Auseinandersetzungen  mit  dem  Churfürsten  von
Mainz  mittheilt,  welche  er  seinen  mündlichen  Berichten  vorbehielt. ­
  Der  Pfälzer  hatte  bereits  80,000  Goldgulden  erlangt;
Zevenberghen  rieth  aber  positiv  ab,  ihm  auch  noch  Hagenau  zu
geben,  das  K.  Max  mit  so  vieler  Mühe  für  Oesterreich  erworben ­
  habe.  Die  Wahlvoi’bereitungen  regten  Vornehm  und
Gering  auf  und  es  beweist  den  klugen  Blick  Zevenberghens,
dass  er  den  Ausbruch  einer  grossen  Unordnung  im  Reiche  befürchtete, ­
  wenn  nicht  Karl  oder  Ferdinand  kämen,  Ordnung  zu
schaffen.
Mit  dem  Cardinal  von  Mainz  wurde  in  sieben  Punkten
abgeschlossen. 3  Albrecht  von  Hohenzollern  hatte  die  Zeitverhältnisse ­
  ausgenutzt.  Er  erhielt  volle  Gewalt  über  die  Reichskanzlei, ­
  in  den  Streitigkeiten  mit  Sachsen  über  Erfurt,  mit
Hessen  wegen  eines  neuen  Zolles  Zusicherung  des  kaiserlichen
Schutzes;  da  er  ein  viertes  deutsches  Bisthum,  unersättlich  wie
er  war,  wünschte,  sollte  deshalb  Karl  sich  bei  dem  Papst  verwenden. ­
  Endlich  sollte  er  auch  Legat  in  Deutschland  werden
und  die  deutsche  Kirche  in  den  Tagen  ihrer  grössten  Krise
unter  diesen  Oberhirten  gestellt  werden. 4  Die  ihm  zugewiesenen

1  Mone  1836,  p.  398.  Man  brauchte  am  26.  April  neue  200,090  fl.  1.  c.
p.  402.
2  L.  c.  p.  399.
3  Je  ne  suis  esbahi,  si  vous  vous  esmerreillez  de  la  variarion  d’aucuns
electeurs,  ear  j’en  ay  este  autant  estonne  que  de  choses  que’m  adrint
ongues;  —  jen  eusse  este  tout  confuz,  car  eombien  qu’ilz  ont  congneu
de  leur  honte,  j’ay  este  honteux  et  des  parolles  que  depuis  se  sont  passe
entre  eux  et  moy,  vous  advertiray  quelque  jonr  de  bouche,  car  l’on  men
a  rompu  la  pleusme,  mais  puis  que  l’on  y  est  il  faut  passer  oultre  et  non
regarder  leur  honte.  Mone  1836  p.  399.
4  Siehe  den  interessanten  Brief  bei  Mone  vom  18.  April  1519.
            
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