KaiTs I. Wahl zum römischen Könige.
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Von allen Agenten am klarsten überblickte noeb immer Herr
von Berglies die Lage der Dinge. Er dringt auch jetzt darauf,
dass das Gelingen der ganzen Sache, wie er immer gesagt,
vom schwäbischen Bunde abhänge. Dieser habe auch
darauf bestanden, dass die Schweizer ihre 10,000 Mann vom
Herzog Ulrich von Würtemberg abriefen. Er stellte aber
insbesondere die Nothwendigkeit dar, dass der König oder sein
Bruder nach Deutschland kämen, schon des Zustandes der Erblande
wegen, 1 wie denn Bottweil, weil es sich verlassen glaubte,
sich an die Schweizer anschloss. 2
Margaretha von Oesterreich rechnete übrigens sicher, dass
an dem Tage von Wesel der Cardinal von Mainz und der
Pfalzgraf für König Karl seien, der Churfürst von Cöln
dazu sich neige, der von Trier durch seinen Kanzler dafür gewonnen
werden könne. Der Tag zu Wesel brachte auch wirklich
die Sache der Entscheidung näher, erhöhte aber auch die
Anforderungen des Pfalzgrafen, der mit den 20,000 fl. nicht
zufrieden war, die man ihm in Augsburg verheissen, die Advocatur
von Hagenau, unabhängig vom Wahlgeschäft, für sich
verlangte, das Beichsvicariat in Abwesenheit K. Karls und namentlich
die Zurückstellung der Briefe, welche ihn compromittirten,
v r as die Cölner und Mainzer auch begehrten. Dem
königlichen Unterhändler Heinrich von Nassau blieb nichts anderes
übrig, um die Angelegenheit nicht scheitern zu machen,
als dem Pfalzgrafen noch 10,000 Goldgulden zu versprechen,
und seine Pension um 2000 fl. zu erhöhen. Nassau war überzeugt,
dass in Folge der Conferenzen zu Wesel Mainz, Cöln,
Pfalz auf Seite Karls waren, und die drei Churfürsten sich
bemühten, auf den Trierer einzuwirken. Die Sache stand auf
Spitz und Knopf. Der päpstliche Legat Orsini mahnte, Jemanden
zu wählen, welcher durch Ansehen, Macht, Erfahrung sich auszeichne,
ebenso bedeutend als Feldherr, als Staatsmann, als
Kaiser sei. Ohne K. Franz zu nennen, hatte er ihn damit
bezeichnet. Er verlangte ferner von den in Wesel versammelten
geradezu, sie sollten den König von Neapel (Karl) nicht
5 Fortwährend hänfen sich die Nachrichten von einer in Niederösterreich
drohenden Revolution. Yergl. le Glay II. ]>. 409.
3 Zürich, 23. März 1519. Mone 183G p. 292.