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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Hofier.

leute  zum  Theil  in  sehr  abstossender  Weise  auszuschliessen
trachteten.  Die  Churfürsten  wollten  nur  in  Gold  bezahlt  sein.
Man  hatte  aber  in  Spanien  dafür  gesorgt,  dass  alles  bereit  lag,
was  verlangt  worden  war  und  die  castilianischen  Agenten  erhielten ­
  am  13.  März  den  Auftrag,  auf  die  Churfürsten  zur  Beschleunigung ­
  der  Wahl  zu  dringen,  indem  ein  weiterer  Aufschub ­
  weder  Karl  noch  der  deutschen  Nation  Vortheil  bringe.
In  Spanien  wünsche  man  nichts  mehr  als  die  Erhebung
K.  Karls;  die  angesehensten  Personen  würden  Karl  zur  Krönung
begleiten.  Nun  aber  kam  die  Nachricht,  der  König  von  Ungarn ­
  verlange  die  Princessin  Anna  zurück,  da  der  Termin  ihrer
Vermählung  verstrichen  sei  und  drohe  deshalb  mit  Krieg,  so
dass  auch  nach  dieser  Seite  Vorkehrungen  getroffen  werden
mussten;  1  K.  Franz  wiegle  Böhmen  und  Ungarn  auf,  während
der  Papst  noch  immer  für  den  französischen  König  bemüht  sei.  2
Hingegen  konnte  der  Seigneur  de  Zevenberghen  am  22.  März  aus
Zürich  schreiben,  die  Schweizer  seien  nicht  für  den  französischen
König  als  Kaiser  und  befürchteten  von  einem  solchen  ihren
eigenen  Buin,  wie  den  des  deutschen  Beichs.  Die  südlichen
Beichsstädte  ständen  in  geheimen  Unterhandlungen  mit  den
Schweizern,  während  die  rheinischen  Grafen  (Nassau,  Isenburg
und  Waldeck)  sich  am  22.  März  in  Bonn  an  K.  Karl  anschlossen. ­
  Allein  dieser  war  in  Deutschland  wenig  bekannt,  von
den  Franzosen  gewaltig  verschrieen  und  ward  von  den  Deutschen,
die  aus  Spanien  kamen,  wenig  gelobt. 3  Man  bedurfte  noch
neuer  22,000  fl., 1  wenn  nicht,  musste  man  befürchten,  dass  Alles
in  Trümmer  gehe.  Die  Umgebung  des  Erzbischofs  von  Cöln
erwies  sich  bereit,  in  Unterhandlung  mit  dem  Grafen  von  Nassau
einzutreten,  der  Churfürst  aber,  wie  der  von  Trier  wiesen
Verpflichtungen  von  sich  und  besprachen  sich  dann  zu  Wesel
mit  den  beiden  andern  rheinischen  Churfürsten  (28.  März). 5

1  Marnix  an  die  Regentin  Margaretha.  Augsburg,  lfi.  März  1519.  Vergl.
le  Glay  II.  p.  3G3.
-  Fait  merveille  ponr  le  roy  de  France.  Marnix  22.  März.
3  Son  pouvoir  ne  se  moustre  point  comme  ccluy  d'autres  prinees.  II.  von
Nassau  an  die  Regentin.  23.  März.
4  220,000  fl.  H.  von  Nassau  24.  März.
s  Le  Glay  II.  p.  377.
            
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