K«uTs I. Wahl zum römischen Könige.
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Kaiserthum einbüsse, sondern auch die Ehre, alles was er an
das Wahlgeschäft daran gesetzt, ja dass dadurch die vollständige
Zerstörung der habsburgischen Macht erfolge. Karl befand
sich dadurch in der schwierigsten Lage. Er ertheilte allen
seinen Agenten die gemessensten Befehle, der Wahl Ferdinands
entgegenzuwirken und verbot, dass letzterer nach Deutschland
gehe. Karl ging von der Ansicht aus, dass das Kaiserthum
in den Händen Ferdinands ihn und das österreichische Haus
verderbe. Seine eigene Verbindung mit Sickingen und das Heer,
welches er in Neapel habe, 1 sowie seine Unterhandlungen mit
den Schweizern reichten zur Sicherung der Erbländer (ohne
dass Ferdinand dahin gehe) hin. Der französische Plan spornte
den König nur zu erhöhter Thätigkeit an. Der Cardinal von
Gurk, Monsieur de Liege, der Pfalzgraf Friedrich, der Markgraf
Casimir, der Graf von Nassau (oder Montigny), der Secretär
Jean de la Saulch erhielten deshalb gemessene Vollmachten,
der Sieur de Beaurain wurde eig'ens zur Erzherzogin nach
Brüssel gesandt, um auf den Infanten zu wirken, damit er sich
auf nichts weiter einlasse, und ihn der königlichen Liebe zu versichern.
Werde Karl Kaiser, so könnte er Ferdinand um so leichter
zum König der Römer wählen lassen und das Kaiserreich in
solchen Zustand bringen, dass es für immer bei dem habsburgischen
Hause bleibe. 2 So knüpften sich schon jetzt die
Keime der nachhaltigsten Veränderungen an die Wahlverhandlungen.
Der Kaiser war, noch ehe seine Wahl gesichert war,
genöthigt, sich mit seinem Bruder auseinanderzusetzen und
konnte oder sollte dieses nicht in Betreff der aragonischen und
castilianischen Königreiche geschehen, so musste es in Betreff
der deutschen Länder eintreten.
Allein die Nachrichten aus Deutschland lauteten fortwährend
wenig erfreulich. Paul Armerstorff berichtete am 8. März
aus Mainz, 3 der Erzbischof von Cöln erachte sich an den Augs-1
Dahin wurden 4000 Schweizer gesandt. Margaretha an Zevenberghen
Mone 1836. S. 121.
1 Le Glay II. p. 310.
3 Beinahe gleichzeitig (9. März) schrieb Mamix von Augsburg aus, alles
gehe gut; los affaires du roy (Charles) sont asseure. Bei Mone 1836
S. 24. Er stand ausserhalb der eigentlichen Schusslinie und hatte nur
Kunde von den Mainzer Practiken.