Karl's I. Wahl zum römischen Könige
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Franzosen dasselbe mit vollen Händen gäben. 1 Berghes war
es, der den klugen Rath gab, den schwäbischen Bund zu verstärken,
da die rheinischen Churfürsten wissen wollten, welcher
Unterstützung sie sich für den Fall eines französischen Angriffs
versehen könnten. K. Karl könne dann auch zum Zwecke der
Wahl wie gegen die Franzosen über den Bund verfügen. Wenn
die Franzosen sagten, sie hätten Briefe und Siegel von den
Churfürsten, so sei das leere Prahlerei. Er rieth ferner, die
Abgesandten zu den Churfürsten so zu instruiren, dass diese
nur gebeten würden, ihrer Zusagen eingedenk zu sein, weil die
Wahl den Anschein der Freiheit haben müsse. Um keinen
Preis wollten die Churfürsten, dass man ihre eingegangenen
Verpflichtungen kenne. Die Herzoge von Cleve und
Jülich müssten gewonnen und König Heinrich VHI. vermocht
werden, einen Wahlgesandten ahzuschieken und auf den
Papst günstig zu wirken. 2 Allmälig lüftete sich der Schleier
einer der grössten Intriguen, die je stattfanden. Schon am
16. Februar konnte Maximilian de Berghes schreiben, nachdem
der französische König für den Fall, dass er Kaiser werde,
dem Markgrafen von Brandenburg versprochen, ihn zu seinem
Stellvertreter im Reiche zu ernnenn, so werde das der Churfürst
von Sachsen nie zugeben, und noch viel weniger, dass
Churfürst Joachim römischer König werde. 3 Das sei ein grosser
Gewinn, dass sich K. Franz gerade an diesen gewendet, denn
das bringe die übrigen wider den König auf. Nun bearbeite
der Churfürst von Sachsen die Böhmen und Ungarn, damit ihr
König römischer König, die Princessin Anna 4 aber Braut des
sächsischen Erbprinzen werde. Das sei wieder dem Churfürsten
Joachim gesteckt worden, der erklärte, er wolle lieber den
Türken helfen als den Böhmen, die er hasse, oder den Churfürsten
von Sachsen in solchem Ansehen zu erblicken. Der
1 Qui fait avoir le precheur hon credit.
2 Das Uebrige bezog sich auf Gewinnung der Schweizer, auf die Beibehaltung
der Fugger, die schon 400,000 fl. geliehen, auf die Erfüllung des
Versprechens von 20,000 Ducaten an den Pfalzgrafen Friedrich.
3 Car c’est un homme vehement avecques le quel nul ne veult avoir
affaire. Le Glay II. p. 236.
4 Diese betrachtete sich aber bereits als Gemahlin des Erzherzogs Ferdinand.
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