KaiTs I. Wahl zum römischen Könige.
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angeboten hatten, einen seiner Bastarden nach Frankreich zu
nehmen und ihn dort zum grossen Herrn zu machen. Der Churfürst
hatte sich als redlicher Mann erwiesen, und auch diese
Versuchung, die an ihn herangetreten war, überstanden.
Jetzt begann allmälig eine diplomatische Thätigkeit, welche
ohne Beispiel war. Allein überall musste auch vorgeschossen
werden. Seitdem Pfalzgraf Friedrich sich günstig ausgesprochen,
übernahm dieser es, mit seinem Bruder Ludwig zu sprechen, mit
dem Markgrafen Casimir, mit dem Grafen von Mannsfeld, um auf
den Churfürsten von Brandenburg einzuwirken. Da die Fugger
für K. Karl eintraten, fanden in allen Nöthen, und deren
gab es viele, Anweisungen auf sie statt. Antwerpen und
Mecheln leisteten Bürgschaften, die Geldmächte traten so für
Karl ein. Die klügsten Leute waren verwendet worden und
ihr kluger Rath fiel bei der Prineessin immer auf guten Boden.
Sie bewilligte die Ratification der Heirath der Infantin, sie
verlangte Sicherheit in Betreff der 200,000 Goldgulden zu dieser,
der Pension von 8000 fl. für den Markgrafen, von 10,000 fl.
für den Cardinal, dessen Bruder. 1 Die Sache war in Gang
gebracht und die Depeschen flogen nun von allen Seiten nach
Mecheln wie nach Barcelona. Noch stand damals fest, dass,
wenn Karl nicht gewählt würde, Ferdinand Kaiser werden
sollte. Namentlich Maximilian von Berghes war unermüdlich
in Rathschlägen und Mittheilungen. Wie ein eigener französischer
Gesandte bei Herzog Ulrich von Würtemberg ständig
sich befinde, um diesen Theil von Deutschland in Unruhe zu
versetzen, wie der Bastard von Savoyen mit voller Börse
den Glauben an den Antichrist predige und viele zur französischen
Religion bekehren werde, wie man Sickingen gewinnen,
Fugger besser behandeln solle. 2 Alles, was zum Ziele
dienen konnte, wurde näher erwogen, bis endlich seine Thätigkeit
sich dahin concentrirte, K. Franz bei den Schweizern aus
dem Felde zu schlagen.
Der katholische König hatte seine Partie genommen. Schon
von Montserrat aus, unmittelbar nachdem er die Nachricht vom
Tode Maximilians empfangen, hatte er an alle Churfürsten und
1 Mecheln, 25. Febr. Mone n. 11.
2 8. Febr. 1519. Le Glay II. n. 60.
Sitzungsber. d. phil.-liist. CI. LXXlV. Bd. 1. Oft.