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HGfler.
vom spanischen Hofe gleich unabhängig sich gestalteten, erübrigt
es noch, die Berichte, welche über die entscheidende
Thatsache des Jahrhunderts an beiden Höfe einliefen, sowie was
von authentischen Nachrichten sonst noch über die französischen
und spanischen Unterhandlungen Wichtiges auf uns kam, zu
erörtern.
Yon grossem Behelfe war, dass der Pfalzgraf Friedrich,
obwohl er wusste, dass K. Karl ihm wegen seines Liebesverhältnisses
zur Infantin Leonora grollte, dennoch sich nicht abhalten
liess, für K. Karl mit möglichster Energie einzutreten. Schon
am 21. Januar 1519 konnte der Agent Mariton von Augsburg
aus 1 über ihn der Regentin Margaretha die beruhigendsten Zusicherungen
geben. Mit all dem Hasse, welchen er gegen die
Franzosen hegte, trat auch jetzt der Cardinal von Sion 2 ein, um
das Bündniss zwischen dem burgundisch-österreichischen Hause
und den Schweizern zu erneuen, um dem französischen Könige
welcher 70,000 Thaler den Schweizern, 30,000 dem Papste
zahlte, in der Schweiz Schwierigkeiten zu bereiten. Von
äusserster Wichtigkeit war ferner, wie sich nachher erwies,
Franz von Sickingen, und mit ihm den rheinischen Adel zu gewinnen.
Der Herr von Sedan erhielt den Auftrag, ihm eine
Pension anzubieten, Sickingens Freund, Dietrich von Speth,
wurde gleichfalls aufgeboten, auf ihn einzuwirken, endlich auch
noch Robert von der Mark (17. Febr.) 3 und so waren bereits im
Februar 1519 jene Massnahmen getroffen, die bei der Wahl
selbst sich so wirksam erwiesen, dass die Churfürsten von der
Begünstigung des französischen Königs ahstehen mussten. 4 Der
Graf von Zevenbergen (Siebenbergen) erhielt den Auftrag, in
Innsbruck zu verweilen, um von da aus das Wahlgeschäft zu
betreiben. Der praktische Mann dachte sogleich daran, einen
regelmässigen Postverkehr einzurichten; 5 er rieth, es möge der
König oder sein Bruder Ferdinand nach Deutschland kommen,
mit Sickingen eine Verbindung eingeleitet werden.
1 Mone, Anzeiger 1836 n. 4.
2 Instruction des Cardinals an den Herrn von Beccaria vom 1. Febr.
Schreiben an die Princessin Margarethe.
3 Le Glay.
4 Mone 1836. n. 7 und 8.
5 Depesche von Augsburg 1. Febr. bei le Glay II. n. 54.