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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Hftfler.

K.  Karls  zu  beschleunigen.  Es  gehörte  zum  Truge  und  der
Heuchelei  des  Ganzen,  dass  die  Königin-Mutter  von  Frankreich,
welche  ihren  Sohn  zur  Bewerbung  aufgestachelt  hatte,  jetzt
dem  englischen  Gesandten  in  Paris,  Boleyn,  ihre  Freude  über
Karls  Wahl  1  ausdrückte 2  und  Pace  den  Dank  der  Princessin
Margarethe  annahm.  K.  Franz  befand  sich  damals  auf  der
Jagd  in  Melun.  Nicht  blos  er  war  der  Getäuschte,  auch  König
Heinrich,  der  Cardinal  Wolsey  und  der  Papst.  Letzterer  stand
jetzt  ganz  auf  Karls  Seite.  Ein  Schreiben  K.  Franz,  das  von
einem  rheinischen  Grafen  aufgefangen  wurde,  besagte,  sobald
er  Kaiser  geworden  wäre,  wolle  er  mit  Hülfe  des  Churfürsten
von  Brandenburg  und  des  Herzogs  von  Würtemberg,  den  er  zurückzuführen ­
  gedachte,  so  viel  Geld  als  möglich  zusammenraffen,
dann  ganz  Italien  sich  unterwerfen,  hierauf  mit  dem  Reste  der
Christenheit  verfahren,  wie  es  ihm  beliebe. 3  Dass  es  sein  Wille
war,  so  zu  handeln,  ist  kaum  zweifelhaft;  es  setzte  aber  mehr
als  Siegesgewissheit  und  einen  nicht  gewöhnlichen  Grad  von
Rücksichtslosigkeit  voraus,  dieses  offen  auszusprechen,  ehe  noch
die  Wahl  zu  seinen  Gunsten  erfolgt  war.  Damit  erst  kam,
was  ursprünglich  Maximilians  Plan  gewesen  war,  zu  Ende.  Dass
ein  Stachel  im  Herzen  des  englischen  Königs  zurückgeblieben
war,  darf  uns  nicht  befremden.  Hätte  man  doch  wenigstens
über  den  Plan  K.  Heinrichs  eine  Zeile  nach  Rom  gemeldet,
klagte  nachher  P.  Leo  X.,  man  hätte  dann  auf  Hinausschiebung ­
  der  Wahl  gearbeitet.  Freilich  nachdem  vier  Churfürsten
sich  für  Karl  erklärt  und  ausgesprochen  hatten,  sie'  wollten
binnen  zwei  oder  drei  Tagen  zur  Verkündigung  seiner  Wahl
schreiten,  dann  sei  nichts  anderes  übrig  geblieben,  als  über-1

  Depesche  Boleyn’s.
2  27.  Juli.  Tliis  day  visited  my  lady  Margaret  and  had  of  her  very  large
thanks  for  what  he  liad  done  for  tlie  king  Catholic’s  election  and  in
very  deed  they  liave  no  cause  to  complain  upon  me,  for  J  did  never
speak  against  the  king  Catholic  in  the  said  election,  considering  that  is  was
sufficient  to  me  to  have  the  electors  speak  against  him  and  allege  reasons
  why  he  should  not  be  elected.  And  surely  they  would  not  have
elected  him  if  fear  of  their  persons  had  not  driven  them  thereunto  and
evident  ruin  of  all  their  nation  if  they  had  elected  any  other  king!
3  Pace  an  Wolsey,  Antwerpen  *22.  Juli.  n.  302.
            
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