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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Hofle  r.

böhmischen  Gesandten,  bot  ihm  20,000  Kronen  und  eine  Pension ­
  von  4000  an,  wenn  er  für  Franz  oder  ihn  stimmen  werde.  1
Der  Botschafter  antwortete,  er  werde  nur  für  seinen  König  und
den  König  von  Castilien  stimmen.  Dann  wandte  sich  der  Markgraf
im  gleichen  Sinne  an  den  Churfürsten  von  Cöln,  erhielt  aber  eine
sehr  kurze  Antwort.  Die  spanischen  Gesandten  erzählten,  die
Churfürsten  wollten  wegen  der  in  Frankfurt  herrschenden  Seuche
die  Wahlhandlung  um  10—12  Tage  abkürzen  und  in  zwei
Tagen  werde  ihr  König  Kaiser.  Pace  wiederholt  das  Anerbieten ­
  der  französischen  Gesandten,  die  das  Doppelte  boten,
was  irgend  ein  christlicher  König  bieten  würde,  so  dass  dies
der  theuerste  Handel  würde,  den  es  je  gegeben.  Die  Gunst  der
Nation  wende  sich  K.  Karl  zu,  aber  die  Churfürsten  seien
noch  immer  getheilt.  Sie  verlangten  von  den  Gesandten  des
katholischen  Königs  zu  wissen,  was  das  Heer  in  der  Nähe  von
Frankfurt  wolle,  die  Wahlhandlung  bedürfe  keiner  Gewalt.
Die  Antwort  war,  es  diene  nur  zur  Vertheidigung  gegen  den
König  von  Frankreich  und  zum  Schutze  Würtembergs.  Pace
erwähnt  jedoch,  wie  die  rheinischen  Grafen  sich  in  einem
Schlosse  versammelten,  vom  Grafen  von  Nassau  geleitet  und
bezahlt  und  zwar  unter  Karls  grossem  Siegel.  Dafür  erklärten
sie,  keinen  anderen  König  haben  zu  wollen,  als  den  von  Spanien. 2
Nicht  blos  die  Churfürsten, 3  auch  Pace  kam  in  grosse  Verwirrung ­
  (perplexity),  da  die  Nation  in  Waffen  und  wüthend
sei,  für  den  katholischen  König  zu  fechten.  Würde  Heinrich
erwählt,  so  würden  wohl  Pace  und  alle  seine  Begleiter  erschlagen, ­
  England  aher  ruinirt,  weil  die  Churfürsten  den  Gewählten ­
  verpflichteten,  sein  Land  zu  verlassen  und  in  Deutschland ­
  zu  residiren.  Das  aber  sei  so  voller  Spaltung,  dass  es  allen
Fürsten  der  Christenheit  unmöglich  sei,  es  in  Ordnung  zu  bringen. ­
  Der  Graf  von  Nassau  habe  ihm  gestern  erzählt,  er  habe
so  viel  Geld  und  Leute,  dass  kein  Franzose  in  dieses  Land
kommen  könne,  als  auf  Lanzen  und  den  Spitzen  der  Schwerter.
Der  27.  werde  die  Entscheidung  bringen.  Als  der  kluge  Ge-1

  Or  his  nominee  and  that  was  the  said  Marquis  himself.  n.  323  vom
22.  Juni.
2  24.  Juni.  n.  326.
2  n.  318.
            
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