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Sacken.
blauem, schillernden Fadenglase dar (Fig. 82), die dritte ist
eine 9 Linien lange Walze aus Mosaikglas; rothe, blaue
und gelbe Stäbchen sind zusammengeschmolzen, grüne bilden
Kreise, in denen sich auf gelbem Grunde rothe Kreuzchen befinden
(Fig. 83).
Fassen wir die gesammten Erscheinungen des Grabfoldes
zusammen, so werden wir zu dem Schlüsse geführt, dass es
der spätesten heidnischen Periode, wohl schon gegen die karolingische
Zeit, angehöre. 1 Darauf deuten ausser der Metallcomposition
und der Emailtechnik die Formen der Schmuckstücke,
insbesondere aber die Verzierungen mit stylisirtem
Laubwerk und Thiergestalten hin. 2 Letztere nähern sich schon
sehr den an romanischen Bildwerken des früheren Mittelalters
vorfindlichen und erscheinen als eine Uebergangsstufe von den
rohen, wirren Gestaltungen auf nordischen und germanischen
Zierstücken zu den styl volleren des romanischen Styles, dessen
Ornamentik sich offenbar auf dieser Grundlage herausbildete.
Besonders gilt dies von dem Beschlägstücke Fig. 76.
In dieselbe Kategorie gehören die Gräber bei Brunn
am Steinfelde, welche im Jahre 1871 beim Baue der Wiener
Wasserleitung aufgedeckt wurden. 3 Sie liegeüi, wie alle Grabstätten
dieser Gegend, an der Berglehne, an der äussersten
Abdachung gegen die Ebene. Es sind ebenfalls Reihengräber
mit Skeletten, die gegen Osten sehen, parallel gelegt, in einer
Tiefe von 6—9 Fuss, je nach der Schichte des darüber liegenden
Humus, in Abständen von 3 Fuss. Es wurden acht
solche regelmässige Reihen aufgedeckt, mit 61 Gerippen, die
sämmtlieh auf dem Rücken lagen, die Arme längs des Leibes
ausgestreckt, oder über dem Bauche gekreuzt. Quer über den
Beinen befanden sich häufig Thierknochen (bei einer Leiche
das Skelett eines Hundes), zur linken Hand ein Topf, zur
rechten ein Eisengeräth, meistens ein Messer von 6—7 Zoll
Länge mit Griffangel, zum Theil mit Spuren einer hölzernen
1 Weinliold, a. a. 0. theilt das Strassengler Grab, das den Kettlacher
Gräbern verwandt ist, frühestens dem 8. Jahrhundert zu.
2 Einige Ornamente finden sich auf Schmuckstücken aus den Gräbern von
Bel-air genau so vor. Troyon, in den Mitth. d. antiq. Gesellschaft in
• Zürich, I, Heft 9, PI. 1, Fig. 15, 21.
3 Karrer in den Mitth. d. anthropol. Gesellsch. I, 369.