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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

sesshaften  Bevölkerung  eingehandelt  wurden,  wahrscheinlich  in
der  benachbarten,  an  der  Stelle,  wo  jetzt  Mautern  steht,  befindlichen ­
  Römerstation,  von  der  daselbst  ebenfalls  Grabstätten,
aber  ohne  Hügel,  mit  Skeletten  und  Inschriftsteinen  aufgefunden ­
  wurden. 1
Einer  weit  späteren  Zeit,  dem  Ende  der  heidnischen
Periode  in  unserem  Lande  gehören  zwei  Grabstätten  am  südlichen ­
  Alpenrande  an,  deren  Ausdehnung  auf  den  Bestand
grösserer  Niederlassungen  in  ihrer  Nähe  schliessen  lässt.  Die
eine  derselben  befindet  sich  im  Schwarza-Thale,  nahe  dem  Orte
Kettlach  (bei  Glocknitz),  etwas  nordöstlich  von  dem  Dörfchen. ­
 2  Es^  ist  ein  Leichenfeld  mit  Flachgräbern  in  etwas  unregelmässigen, ­
  von  Nord  nach  Süd  laufenden  Reihen;  systematisch ­
  wurden  36  Gräber  geöffnet,  ungefähr  ebenso  viele
beim  Schottergraben  zerstört,  einen  Theil  des  Grabfeldes  spülte
die  Schwarza  schon  vor  längerer  Zeit  bei  einem  Hochwasser
weg.  Die  Skelette  lagen  in  einer  Tiefe  von  2—3  Fuss  in  den
Schotter  eingebettet,  mit  dem  Kopfe  gegen  Osten,  die  Arme
am  Leibe  angeschlossen  oder  über  dem  Bauche  gekreuzt  und
einfach  mit  Erde  bedeckt.  Bei  einigen  fanden  sich  nur  um  den
Kopf  Spuren  von  Holzspänen.  Es  waren  meist  Frauen  und
Kinder  mit  wenigen  Beigaben,  die  aber  durch  Form  und
Technik  viel  des  Interessanten  bieten.
Bei  vielen  Skeletten  stand  neben  dem  Kopfe  ein  Thongefäss,
  bisweilen  als  einzige,  ärmliche  Beigabe  des  Verstorbenen. ­
  Die  5—6  Zoll  hohen  Töpfe,  welche  im  Innern  oft  noch
Spuren  des  Gebrauches  durch  angelegte,  verkohlte  Reste  zeigen, ­
  haben  eine  ganz  andere  Form  als  die  des  benachbarten
Grabfeldes  von  Pottschach,  nämlich  die  unserer  heutigen  Häfen, ­
  mit  breiter  Basis,'  steilem  Profil,  geringer  Ausbauchung
oben  und  wenig  ausgebogenem  Rande.  Der  Thon  ist  grob  und
sandig,  das  Aussehen  grau  oder  blassroth,  die  sehr  einfachen
Verzierungen  bestehen  in  Wellenlinien  in  einer  oder  mehreren
Reihen,  die  mit  einem  Kamme  oder  einer  Art  Rastral  gemacht
sind  (Fig.  73),  in  Querlinien  und  ährenförmigen  Strich-Eindrücken. ­
  Die  Töpferscheibe  scheint  bei  diesen  Gefässen  in
1  Archiv  f.  Kunde  österr.  Geschichtsquellen,  XIII.  84.
2  Frank  ebenda,  XII,  239.
            
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