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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  Ansiedlungen  und  Funde  aus  heidnischer  Zeit.

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der  innere,  1  Fuss  hoch,  4  Fuss  im  Durchmesser  haltend,
zeigte  Spuren  von  Mörtel,  der  sonst  überall  fehlt;  zwei  7  Zoll
hohe  Urnen  mit  Resten  verbrannter  Leichen  weisen  auf  die
Bestattung  von  zwei  Personen  hin.  In  einem  der  Aschengefässe
lag  eine  sehr  schöne  Fibula  von  Bronze  (Fig.  70)  nebst  einer
Bronzemünze  von  Domitian  (Rev.  Fortunae  Augusti)  aus  dessen ­
  15.  Consulat,  also  vom  Jahre  90  oder  91.  Ein  schön  geformter ­
  Krug  und  zwei  Schalen  bildeten  die  übrigen  Beigaben;
jedes  Gefäss  war  auf  einen  flachen  Stein  gestellt.  Die  7  Zoll
lange  Fibel  mir  ihrem  federnden  Dorn,  der  mit  Knöpfen  besetzten ­
  Blechschlinge  auf  dem  Bügel  und  dem  breiten  Nuthlappen,
  der  durchbrochen  gearbeitet  ist,  an  das  gothische
Fischblasen-Ornament  erinnernd,  zeigt  die  eigenthümliche
römisch-barbarische  Mischform,  der  wir  in  unseren  Ländern  in
römischer  Zeit  so  häufig  begegnen  und  die  wir  auch  bei  der
Silberfibel  von  Maiersdorf  gefunden  haben.  Auch  den  Tremulirsticli
  sehen  wir  schon  seit  alter  Zeit  an  den  cisalpinischen
Metallgegenständen  angewendet  und  er  ist  hier  geradezu  zu
Hause.
Entschieden  römischen  Einfluss  zeigen  die  meisten  Gefässe.
  Nur  wenige  sind  aus  grobem,  sandgemischtem  Thone,
dick  und  schwach  gebrannt,  die  Mehrzahl  besteht  aus  feinem
Thon,  ist  auf  der  Scheibe  dünn  ausgearbeitet  und  klingend
gebrannt.  Die  grösseren  Aschenurnen  sind  wenig  ausgebauchte
Töpfe,  mit  scharfem,  überhängendem  Rande,  von  grauer  Farbe
(Fig.  71),  die  Krüge  ausgebaucht,  mit  kleinem  Fuss  und  engem
Halse,  die  Schüsseln  und  Schalen  ebenfalls  mit  kleinen  Basen
und  scharf  ausladendem  Rande;  eine  der  letzteren  stellt  sich
durch  den  drei  Male  eingeschnittenen  Untersatz  als  Dreifuss
dar  (Fig.  72).  Die  Verzierungen  der  meist  gelblichen  oder
röthlichen  Gefässe  bestehen  meistens  nur  in  seichten,  quer
herumlaufenden  Linien,  nur  ein  3  Zoll  tiefer,  cylindrischer
Becher  zeigt  Reihen  von  unregelmässigen  viereckigen  Eindrücken. ­
  Mehrere  Schälchen,  aus  feiner  Erde  bestehend,  sind
ganz  roth  gebrannt,  mit  glänzend  hellrothem  Firniss  überzogen,
auf  dem  stark  vortretenden,  rund  ausgebogenen  Rande  fünf
erhobene,  delphinartige  Figuren.  Auch  Bruchstücke  von  Schalen ­
  aus  eigentlicher  Terra  sigillata  kamen  vor.  Alle  diese
Gefässe  sind  ohne  Zweifel  römische  Fabricate,  die  von  der
            
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