Ueber Ansiedlungen und Funde aus heidnischer Zeit.
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Bronzegegenständen, im Gesammtgewichte von 26 Pfund, vielleicht
ein vergrabener Schatz, gefunden; leider wurde alles
verschleppt bis auf eine Fibel römischer Form mit Querstange
und einen mit Strichelverzierungen versehenen Armring; sie
mögen mit dem Gürtel wohl in Zusammenhang stehen, da
letzterer, wie wir gesehen haben, eine Mischung heimischer
und römischer Technik zeigt.
Ein bemerkenswerther, bisher noch nicht näher untersuchter
Punkt ist die Mahleithen, ein isolirtes, steil abfallendes,
ungefähr 20 Joch grosses Plateau, eine Meile nordwestlich
von Neustadt, zwischen Wollersdorf und Muthmannsdorf.
Man findet hier eine ausserordentliche Menge von Thonstücken,
theils Bruchstücke von derben, grossen Gefässen, mit
wulstigem, stark ausgebogenem Rande, theils 1—2 Zoll dicke
Trümmer von Ringen, beiderseits mit groben, schnurartigen,
gewundenen Verzierungen und Kreisen versehen, welche architektonische
Bestandtheile sein dürften. 1 Diese styllosen Ornamente
und Riffeln haben etwas sehr primitives und es lässt
sich aus ihnen nach den bisher gefundenen Stücken kaum ein
Urtheil über die Periode, der sie zuzutheilen wären, gewinnen.
Localität und Geschirrtrümmer erinnern an die Funde der
Heidenstatt bei Limberg und es dürfte auch auf diesem geschützt
liegenden, fruchtbaren Bergplateau — in früherer Zeit
waren hier Aecker — eine alte Ansiedlung bestanden haben.
Der Bezirk der Bronzefunde diesseits der Donau ist ein
sehr ausgebreiteter; der östlichste Punkt ist bei Wolfsthal
zwischen Hainburg und Pressburg, wo an der Mauer der Wutterburg
im Jahre 1845 sieben Kelte nebst zwei Sichelfragmenten
in einem Topfe gefunden wurden, erstere alle ziemlich
gleich, von zierlicher, schlanker Form, 4—4y 2 Zoll lang, die
Schneide 2 Zoll breit, mit Querfäden und aus erhobenen Linien
gebildeten Spitzen an der Schafttülle nebst seitlichem Oehr.
Bei Himberg fand man auf einer geschlagenen Lehmschichte
unter der Ackerkrume eine grössere Anzahl von Gefässen nebst
Brandresten; eine grössere, mit Graphit geschwärzte Schüssel
hatte acht Oehre, in denen wahrscheinlich Thonringe hingen. 2
1 Frank, a. a. O. Taf. VI.
2 Mittheil. d. Central Commission z. Erforsch, u. Erhalt, d. Baudenkmale
V, 300.