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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  Ansiedlungen  und  Funde  aus  heidnischer  Zeit.

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Bronzegegenständen,  im  Gesammtgewichte  von  26  Pfund,  vielleicht ­
  ein  vergrabener  Schatz,  gefunden;  leider  wurde  alles
verschleppt  bis  auf  eine  Fibel  römischer  Form  mit  Querstange
und  einen  mit  Strichelverzierungen  versehenen  Armring;  sie
mögen  mit  dem  Gürtel  wohl  in  Zusammenhang  stehen,  da
letzterer,  wie  wir  gesehen  haben,  eine  Mischung  heimischer
und  römischer  Technik  zeigt.
Ein  bemerkenswerther,  bisher  noch  nicht  näher  untersuchter ­
  Punkt  ist  die  Mahleithen,  ein  isolirtes,  steil  abfallendes, ­
  ungefähr  20  Joch  grosses  Plateau,  eine  Meile  nordwestlich ­
  von  Neustadt,  zwischen  Wollersdorf  und  Muthmannsdorf.
  Man  findet  hier  eine  ausserordentliche  Menge  von  Thonstücken, ­
  theils  Bruchstücke  von  derben,  grossen  Gefässen,  mit
wulstigem,  stark  ausgebogenem  Rande,  theils  1—2  Zoll  dicke
Trümmer  von  Ringen,  beiderseits  mit  groben,  schnurartigen,
gewundenen  Verzierungen  und  Kreisen  versehen,  welche  architektonische ­
  Bestandtheile  sein  dürften. 1  Diese  styllosen  Ornamente ­
  und  Riffeln  haben  etwas  sehr  primitives  und  es  lässt
sich  aus  ihnen  nach  den  bisher  gefundenen  Stücken  kaum  ein
Urtheil  über  die  Periode,  der  sie  zuzutheilen  wären,  gewinnen.
Localität  und  Geschirrtrümmer  erinnern  an  die  Funde  der
Heidenstatt  bei  Limberg  und  es  dürfte  auch  auf  diesem  geschützt ­
  liegenden,  fruchtbaren  Bergplateau  —  in  früherer  Zeit
waren  hier  Aecker  —  eine  alte  Ansiedlung  bestanden  haben.
Der  Bezirk  der  Bronzefunde  diesseits  der  Donau  ist  ein
sehr  ausgebreiteter;  der  östlichste  Punkt  ist  bei  Wolfsthal
zwischen  Hainburg  und  Pressburg,  wo  an  der  Mauer  der  Wutterburg
  im  Jahre  1845  sieben  Kelte  nebst  zwei  Sichelfragmenten ­
  in  einem  Topfe  gefunden  wurden,  erstere  alle  ziemlich
gleich,  von  zierlicher,  schlanker  Form,  4—4y 2  Zoll  lang,  die
Schneide  2  Zoll  breit,  mit  Querfäden  und  aus  erhobenen  Linien
gebildeten  Spitzen  an  der  Schafttülle  nebst  seitlichem  Oehr.
Bei  Himberg  fand  man  auf  einer  geschlagenen  Lehmschichte
unter  der  Ackerkrume  eine  grössere  Anzahl  von  Gefässen  nebst
Brandresten;  eine  grössere,  mit  Graphit  geschwärzte  Schüssel
hatte  acht  Oehre,  in  denen  wahrscheinlich  Thonringe  hingen. 2
1  Frank,  a.  a.  O.  Taf.  VI.
2  Mittheil.  d.  Central  Commission  z.  Erforsch,  u.  Erhalt,  d.  Baudenkmale
V,  300.
            
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