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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

Die  hier  Bestatteten  müssen  arme  Leute  gewesen  sein;  die
vornehmeren  Gräber  scheinen  mehr  gegen  Osten  gelegen  gewesen ­
  zu  sein,  die,  welche  die  beim  Eisenbahnbaue  gefundenen
schönen  Bronzen  enthielten.
Nach  Form,  Ornamentik  und  Technik  der  Gefässe  und
Bronzen  gehört  das  Grabfeld  dem  Ende  der  Bronzeperiode,
dem  sogenannten  ersten  Eisenalter  an,  einer  Zeit,  in  welcher
hier  eine  keltische  Bevölkerung  ansässig  war.
Etwas  jüngeren  Ursprunges  sind  die  interessanten  Funde
von  Rothengrub  am  südöstlichen  Ende  des  Thaies  der  neuen
Welt. 1  Die  Ornamentik  der  hier  im  Jahre  1851  gefundenen
Gürtelbeschläge,  —  20  Stücke  von  je  drei,  senkrecht  übereinander ­
  gestellten,  verbundenen  Scheiben  aus  Kupfer,  mit
gepresstem  Goldblech  überzogen,  eine  grössere  Scheibe  und
ein  durchbrochenes  Zierstück,  —  zeigt  einen  eigenthümlichen
Charakter.  Zu  den  Systemen  von  concentrischen  Kreisen  und
dem  Zickzack  treten  Perlenstäbe,  eine  Art  derber  Filigranarbeit ­
  hinzu,  in  welcher  Schlingen,  Spiralstäbe  und  Schnecken
in  Kegelform  ausgeführt  erscheinen.  Es  ist  hier  wohl  ein  Einfluss ­
  der  classischen  Kunst  in  Bezug  auf  Technik,  nicht  aber
in  der  Formgebung  bemerkbar,  denn  die  seltsame  Bildung  des
grossen  Schliessstückes  gehört  wohl  unseren  Ländern  an  und
hat  sich  in  ähnlicher  Weise  in  bäuerlichen  Industrieproducten,
besonders  in  den  benachbarten  slavischen  Bezirken  bis  auf
unsere  Tage  erhalten.  Eigenthümlich  ist  auch  die  Umwindung
des  elliptischen,  gerippten  Mittel  Stückes  mit  feinem  Golddraht,
mit  welchem  auch  schmale  Riemchen  umsponnen  gewesen  zu
sein  scheinen.  Die  Spiralen  aus  doppelt  züsammengebogenem,
an  den  Enden  gewundenem  Golddraht,  die  Frank  für  die  Bekleidung ­
  hölzerner  Griffe  hält,  kommen  ganz  ähnlich  im  Hallstätter ­
  Grabfelde 2  und  sehr  häufig  in  Ungarn  vor,  wie  auch
in  Mecklenburg  und  Dänemark. 3
In  der  Nähe  der  Fundstelle  der  merkwürdigen  Gürtelbeschläge ­
  wurde  im  Jahre  1846  eine  grosse  Anzahl  von

1  Frank,  a.  a.  O.  Taf.  V.
2  Hallst.  Grabfeld,  Taf.  XVII,  10.
3  Sacken  u.  Kenner,  Beschreib,  d.  Samml.  des  k.  k.  Münz-  und  Ant.-Cab.
  S.  348.  —  Lisch,  Jahrb.  f.  mecklenburg.  Gesch.  XVIII,  256.  —
Worsaae,  Nord,  oldsager,  250.
            
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