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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

des  Pfahlbaues  im  Gardasee, 1  welche  Rasirmesser  oder  Schabwerkzeuge ­
  sind.
Eine  im  Jahre  1868  von  mir  vorgenommene  Nachgrabung
zeigte,  dass  hier  in  der  That  ein  Begräbnissplatz  mit  verbrannten ­
  Leichen  war.
Die  Stelle  liegt  etwa  500  Schritte  östlich  vom  Orte  Pottschach, ­
  nahe  beim  sogenannten  Katzenhofe  an  der  äussersten
Abdachung  des  Gefieders  gegen  die  Thalsohle  der  Schwarza.
In  dem  sanften,  durch  die  Eisenbahnarbeiten  an  der  Ostseite
scarpirten  Abhange  standen  Gruppen  von  Thongefässen;  jede
dieser  Gruppen  bestand  aus  einer  grösseren  Urne  mit  den
Ueberresten  der  Verbrennung,  Asche,  Kohle  und  calcinirten
Knochen  stücken  und  einigen  kleineren  Gefässen,  2—4,  als
Beigabe.  Sie  befanden  sich  2—2%  Fuss  unter  der  Oberfläche, ­
  ober  der  Schotterlage,  in  dem  mit  vielen  Steinen  vermischten ­
  Humus.
Die  Anordnung  der  Gefässe  ist  verschieden,  die  kleinen
sind  um  die  Aschenurnen  nicht  regelmässig  gestellt,  sondern
liegen,  zum  Theil  horizontal,  ohne  Ordnung  dabei  und  es  muss
schon  ursprünglich  keine  bestimmte  Anordnung  gewesen  sein.
Kleine  Näpfe  wurden  bisweilen  in  den  Hals  der  grossen  Urnen ­
  gesteckt;  auf  letzteren  finden  sich  Schalen  als  Deckel
gestürzt.
Die  Form  der  Gefässe  ist  so  regelmässig,  dass  sie  mit
einer  Drehvorrichtung  gemacht  sein  müssen,  obwohl  sie  bestimmt ­
  nicht  auf  der  eigentlichen  Töpferscheibe  gefertigt  sind;
auch  bei  den  herumgezogenen  Linien  und  Cannelüren  zeigt
sich,  dass  manche  aus  freier  Hand  gemacht  wurden,  andere
dagegen  lassen  durch  ihre  grosse  Regelmässigkeit  und  Präcision
  auf  die  Anwendung  einer  mechanischen  Vorrichtung

k.  k.  Central-Comra.  z.  Erforsch,  u.  Erhalt,  d.  Baudenkm.,  X,  S.  186,
Fig.  4  (aus  den  rhätisch-etrusk.  Gräbern  von  Stadlhof  in  Südtirol).
1  Sitzungsber.  XLVIII,  321.  Am  ähnlichsten  ist  dem  oben  erwähnten  ein
bei  Griesbach  in  Niederbaiern  gefundenes,  in  der  Sammlung  des  histor.
Vereines  in  Landshut  befindliches  Messer.  Lindenschmit,  Alterth.
uns.  heidn.  Vorzeit  I,  Heft  VIII,  Taf.  4,  14.  —  Ueber  zahlreiche  in
Frankreich  gefundene  Messer  dieser  Art  s.  Flouest  im  Bulletin  de  la
soeiete  de  Sciences  histor.  et  natur.  de  Semur,  1871  (Le  tumulus  du  bois
de  Langres).
            
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