Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

600

Sacken.

derber  Form,  bis  in  die  Schneide  hinein  hohl;  er  ist  jetzt
4  Zoll  lang,  war  aber  ursprünglich  offenbar  länger,  da  die
Schneide  unverkennbar  an  das  abgenützte  Instrument  später
angeschliffen  wurde.  Um  die  Schaftröhre  laufen  zwei  durch
eine  Hohlkehle  getrennte  Wulste.
Ein  am  Aninger  in  der  Brühl  gefundener  Kelt  zeichnet ­
  sich  gegen  den  beschriebenen  durch  feine,  elegante  Form
und  besondere  Zierlichkeit  der  Ausführung  aus.  Er  ist  4  Zoll
lang,  an  der  ovalen  Schaftröhre  1  Zoll  1  Linie,  an  der  Schneide
1  Zoll  8  Linien  breit.  An  erstere  legen  sich  flache  Lappen  an,
ähnlich  wie  die  zusammengebogenen  Schaftlappen  eines  Palstabes; ­
  der  eine  geht  dann  in  das  seitliche  Oehr  über.  Die
dunkle  Patina  ist  so  dünn,  dass  sie  die  schöne  Bronzemischung,
aus  der  das  feine  Werkzeug  gefertigt  ist,  erkennen  lässt.
Derlei  vereinzelte  Fundstücke  sind  für  den  Bestand  einer
Ansiedlung  an  ihrer  Fundstelle  noch  nicht  entscheidend,  für
solche  sind  nur  grössere  Mengen  verschiedener  Gegenstände,
namentlich  Gefässe,  insbesondere  aber  Gräber  massgebend.
Da  können  wir  denn  längs  des  Alpenrandes,  an  den  Ausläufern ­
  des  Gebirges  in  die  Ebene  eine  Kette  von  Niederlassungen ­
  constatiren.  Gegen  Osten  wandernd  treffen  wir  zunächst
auf  die  Gräber  von  Leobersdorf. 1
Schon  vor  mehreren  Jahren  wurden  hier  vereinzelte
Gegenstände,  Gefässscherben  und  ein  Bronzebeil  gefunden.
Beim  Abgraben  einer  Schottergrube  behufs  des  Baues  der
Wiener  Wasserleitung,  dicht  bei  der  Enzersfelder  Strasse,
etwa  50  Schritte  südwestlich  der  Nowaek-Mühle,  stiess  man
auf  mehrere  Skelette,  bei  denen  sich  verschiedene  Beigaben
vorfanden.  Die  Lage  der  Skelette  war  nicht  gleich;  eines  derselben ­
  lag  mit  dem  Gesichte  gegen  Osten  gewendet,  wie  es
gewöhnlicher  heidnischer  Brauch,  wohl  im  Zusammenhang  mit
dem  Sonnencultus,  war,  ein  anderes  aber  in  entgegengesetzter
Richtung,  gegen  Westen,  2  Klafter  von  ersterem  entfernt,  ein
drittes  hatte  gegen  diese  beiden  eine  schiefe  Lage.  Man  hatte
hier  die  Verstorbenen  auf  den  unter  der  Ackerkrume  lagernden ­
  Schotter  gelegt,  bisweilen  etwas  in  denselben  eingesenkt,

1  Eine  Notiz  darüber  von  Karrer  in  den  Mitth.  d.  anthropolog.  Gesellscliaft
  I,  368.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.