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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

lieber  Ansiedlungen  und  Funde  aus  heidnischer  Zeit.

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Scherben,  Kohlen  und  einige  Bronzegegenstände  zum  Vorschein,
9  Fuss  vom  Mittelpunkte  entfernt.  Schon  nahe  bei  diesem  fand
sich,  in  der  Richtung  gegen  Nordost  laufend,  eine  kleine  Mauer
aus  gelegten  Steinen,  ohne  Mörtel,  auf  ihre  abermals  eine  Holzwand. ­
  Es  war  also  eine  ganze  Bohlenkammer,  angefüllt  mit
Asche  und  Gefässscherben.  Die  Steine  sind  theils  Sandstein,
theils  Granit,  beide  nicht  in  der  nächsten  Umgegend  vorkommend ­
  und  zeigen  Spuren  von  Bearbeitung  mit  dem  Meissei.
Die  Fundstücke  sind  höchst  seltsam  und  von  sehr  verschiedener ­
  Art.  Dicht  bei  der  ersten  Bohlenwand  und  zwar
ein  Fuss  unter  dem  Niveau,  der  Sohle  des  Hügels,  in  einer
Tiefe  von  19  Fuss  unter  der  Oberfläche  des  Hügels  lag  ein
Kreuzer  von  Kaiser  Leopold  I.  vom  Jahre  1687.  Die  Kohlen,
Geschirrtrümmer  und  Bronzestücke  hinter  der  Bohlenwand
lagen  4  Fuss  über  dem  Niveau.  Die  letzteren  bestehen  in
einem  dünnen,  erhobenen  Buckel  von  2  Zoll  Durchmesser  aus
Bronzeblech,  einem  kleinen  Nagel  mit  halbkugeligem  Kopfe
und  einer  schönen  Gewandnadel  von  9  Zoll  Länge  mit  vier,
nach  oben  immer  grösser  werdenden  Knöpfen  in  regelmässigen
Abständen  (Fig.  63).  Zwischen  jedem  Knopfe  ist  ein  doppelter ­
  Ring  als  Zwischenglied  angebracht,  die  Spitze  der  Nadel
ist  in  ein  Vorsteckstück  von  1  Zoll  Länge  versenkt.  Genau
solche  Nadeln,  ebenfalls  mit  solchen  eigenthümlichen  Vorsteckstücken, ­
  deren  Zweck  wohl  war,  zu  verhüten,  dass  man  sich
mit  der  Spitze  stach,  fanden  sich  in  ziemlicher  Anzahl  in  den
Gräbern  von  Hallstatt, 1  für  welche  Fundstätte  sie  geradezu
charakteristisch  sind.  Die  Thonscherben  müssen  grossen  Gefässen
  von  bauchiger  Form  angehört  haben;  sie  bestehen  aus
ziemlich  grobem  Thon,  scheinen  nicht  auf  der  Töpferscheibe
gefertigt  zu  sein,  sind  auf  der  äussern  und  innern  Fläche  vom
Brennen  roth,  auf  dem  Bruche  aber  grau.  Aussen  sind  sie
theils  mit  Graphit,  theils  mit  Eisenocker  gefärbt  und  mit
eigenthümlichen  Ornamenten,  welche  Systeme  von  Linien,
Haken,  zum  Theil  mäanderartig  und  Dreiecken  bilden,  bedeckt
(Fig.  64).  Die  Linien  bestehen  aus  aneinander  gereihten  einzelnen ­
  Eindrücken,  die  mit  einer  weisslichen  Masse  ausgefüllt

2  Siehe  mein  Hallstätter  Grabfeld,  Taf.  XV,  10,  12  ;  Taf.  XVI,  6.
            
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