Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

596

Sacken.

bei  Klein-Ebersdorf. 1  Diese  ziemlich  auffälligen  Erdkegel
haben  eine  Höhe  von  circa  15—30  Fuss,  bei  einem  Umfang
von  350—450  Fuss.  Nach  Much’s  Mittheilung  ist  der  niedrigste,
freilich  zum  Theil  abgepflügte,  der  bei  Nieder-Fellabrunn,  mit
15  Fuss  Höhe,  der  weitaus  grösste  der  am  südwestlichen  Ende  des
Ortes  Ober-Gänserndorf,  der,  zwei  Male  abgestuft,  sich  in  drei
Absätzen  erhebt,  wobei  die  mittlere  Stufe  die  höchste  ist,  und
einen  solchen  Umfang  hat  (das  Plateau  beträgt  120  Fuss
Länge,  80  Fuss  Breite),  dass  auf  demselben  ehemals  eine
Kirche  stand,  jetzt  der  Ortsfriedhof  angelegt  ist.  Sehr  merkwürdig ­
  erscheint  der  circa  30  Fuss  hohe  Tumulus  von  Klein-Ebersdorf
  dadurch,  dass  er  von  einem  doppelten,  durch
einen  Gräben  getrennten  Ringwalle  umgeben  ist  5  der  äussere
Wall  hat  250  Schritte  im  Umfang,  der  Hügel  selbst  an  seiner
Basis  190  Schritte.  Die  Spitze  ist  vertieft.  Den  ungefähr  gleich
hohen  Hügel  von  Hetzmannsdorf  (genannt  der  Simperlberg)
umgibt  ein  einfacher  Graben.  In  der  Umgegend  von  mehreren
(Nieder-Hollabrunn,  Nieder-Fellabrunn)  wurde  das  häufige  Vorkommen ­
  grober  Topfscherben  der  oben  beschriebenen  Arten,
zum  Theil  mit  Graphitüberzug,  beobachtet.
Systematisch  wurde  bisher  nur  e  i  n  solcher  Tumulus  untersucht, ­
  nämlich  der  von  Zegersdorf  bei  Stockerau,  auf
Veranlassung  des  Fürsten  Colloredo-Mansfeld.  Der  Hügel  hat
bei  einer  Höhe  von  20  Fuss  einen  Durchmesser  von  beiläufig
60  Fuss.  In  zweckmässiger  Weise  wurde  die  Untersuchung
des  Tumulus  dadurch  vorgenommen,  dass  in  der  Richtung  von
Westen  gegen  Osten  ein  Gang  in  das  Innere  gegraben  wurde
bis  über  den  Mittelpunkt  hinaus  und  noch  einen  Fuss  unter
das  äussere  Niveau  bis  auf  die  feste  Schotterschichte.  Der
Hügel  erwies  sich  ganz  aus  Erde  aufgeworfen,  ohne  Steine.
Nachdem  man  ungefähr  20  Fuss  vom  Rande  hineingegraben
hatte,  stiess  man  auf  eine  sonderbare  Erscheinung,  nämlich
eine  Wand  aus  über  einander  gelegten,  ganz  vermorschten
Bohlen,  senkrecht  gegen  die  Oberfläche  aufsteigend,  hinter
derselben  lag  eine  grosse  Menge  von  Topfscherben  nebst  massenhafter ­
  Asche.  Vier  Fuss  weiter  hinein  zeigte  sich  eine  zweite,
mit  der  ersten  parallele  Bohlenwand,  hinter  dieser  kamen  wieder

1  Much,  ebd.  I,  S.  316,  II,  22S.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.