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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  AnsierUungen  und  Funde  ans  heidnischer  Zeit.

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8  Zoll  langen  Nadel,  deren  Kopf  ein  flaches  sechsspei  eiliges
Rad  von  2y 2  Zoll  Durchmesser  bildet.
Grabstätten  mit  ausschliesslichen  Stein-Beigaben  wurden
bisher  in  unserem  Lande  nicht  gefunden;  die  wenigen  im  Gebiete ­
  jenseits  der  Donau  untersuchten  Gräber  enthielten  Gefässe
  mit  verbrannten  Leichen  und  Beigaben  von  Bronze;
solche  sind  von  Egenburg  und  von  Fels  bekannt.  Die  Urnen ­
  sind  von  ausgebauchter  Form,  schwärzlich,  zum  Tlieil  gefärbt; ­
  in  den  grösseren  befanden  sich  die  Ueberreste  der  Verbrennung ­
  mit  ärmlichen  Beigaben  von  Bronze,  meist  blos
Haarnadeln,  kleinere  waren  zu  ihnen  gestellt.  Das  Todtenfeld
bei  Egenburg  befindet  sich  auf  dem  Schmiedafelde  am  Fusse
des  Vitusherges;  es  wurden  hier  9  Aschenurnen  von  6—7  Zoll
Durchmesser  ausgegraben.
Einer  weit  jüngeren  Periode  dürfte  ein  Grab  angehören,
welches  im  Jahre  1853  bei  Weitersfeld  entdeckt  wurde.
Es  enthielt  ein  Skelett,  bei  dem  ein  lmtförmiger  Schildbuckel
aus  Eisen  lag,  —  ähnlich  den  in  den  Gräbern  bei  Selzen  und
in  fränkischen  und  alemannischen  Grabstätten  gefundenen,  —
ferner  ein  eisernes  Messer,  einige  unkenntliche  Eisensachen,
endlich  eine  zierliche  Pincette  aus  Bronze  oder  Messing,  deren
bisweilen  als  Toilettegegenstand  Vorkommen. 1
Es  ist  noch  nicht  klargestellt,  in  welchem  Verhältnisse
zu  allen  diesen  prähistorischen  Funden  die  zahlreichen  vereinzelten ­
  Erdhügel  stehen,  die  wahrscheinlich  Grabstätten
sind.  Solche  Tumuli  kommen  in  grosser  Menge  in  der  Türkei
und  im  südlichen  Russland  vor,  wo  sie,  wenigstens  zum  Theile,
als  Gräber  nachgewiesen  sind.  -  Bisher  sind  16  Tumuli  bekannt, ­
  bei  Zegersdorf,  zwischen  Hippersdorf  und  Neustift, ­
  zu  Klein-Wiesendorf,  Gross-Weikersdorf,  Ober-Hollabrunn,
  Gross-Mugel,  westlich  von  Nieder-Hollabrunn,
  nordwestlich  von  Nieder-Fellabrunn,  Eggendorf,
endlich  bei  Ober-Gänserndorf,  bei  Hetzmanusdorf  und

1  Engelhardt,  Kragehul  Mosefund,  Taf.  IV,  21—23.  —  Nordiske  oldsager,
  Nr.  273.  —  Grabfeld  von  Hallstatt,  Taf.  XIX,  17.  —  Mitth.  d.
ant.  Ges.  in  Zürich,  XV,  lieft  7,  Taf.  VII,  39  und  XV,  5.
2  Weiser,  Tbracien  und  seine  Tumuli  in  den  Mitth.  d.  antliropol.  Gesellschaft ­
  in  Wien,  II,  S.  137  ff.

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