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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

tJeber  Ansiedlnngen  nnd  Funde  aus  heidnischer  Zeit.

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Spitze,  aussen  mit  zwei  Fadenkreisen  verziert;  in  Sigmundslierberg
  Palstäbe  mit  flacher  Schaftbahn.
Reinprechtspölla  ist  der  Fundort  besonders  vieler
Pfeilspitzen  sehr  mannigfaltiger  Form.  Sie  sind  bald  blattförmig ­
  (Fig.  51),  mit  breitem,  unten  gerade  abgeschnittenen
Blatte  (Fig.  52),  bald  schmal,  ohne  Rippe  (Fig.  53),  mit  vierkantiger ­
  oder  kegelförmiger  Spitze  (Fig.  54,55),  1'/ 4 —2  Zoll  lang. 1
Die  westlichsten  Punkte  bisher  sind  Gars,  wo  bei  der
Schlossruine  ein  grosser  Palstab  gefunden  wurde,  und  Zwetl,
der  Fundort  eines  besonders  schönen  Beiles  (Fig.  56)  von
8  Zoll  Länge,  an  der  ausgebogenen  Schneide  2 1 / 2  Zoll  breit,  mit
flacher  Schaftbahn,  ohne  die  den  Stiel  umschlagenden  Lappen.
Oestlich  vom  Manhartsgebirge  wurden  ebenfalls  mehrere
Funde  von  Bronzen  gemacht,  so  zu  Wartberg  eine  Dolchklinge, ­
  unten  abgerundet,  mit  4  Griffnägeln;  bei  Kreuzstetten ­
  ein  Messer  mit  geschweiftem  Rücken,  ganz  ähnlich  dem
von  Sachsendorf;  bei  Unter-Rötzbach  mehrere  glatte  Halsringe ­
  mit  aufgerollten,  nicht  zusammenschliessenden  Enden,  6'/2
Zoll  im  Durchmesser;  bei  Feuersbrunn  eine  sehr  grosse  Nadel
(Fig.  57),  von  9  Z.  Länge,  oben  mit  einer  Scheibe  von  3 3 / 4
Zoll  Durchmesser,  auf  der  sich  ein  Oehr  der  Quere  nach  befindet.
Die  Scheibe,  in  der  Mitte  etwas  erhoben  und  durchlocht  ist
mit  drei  gestrichelten  Kreisen,  deren  mittelster  ein  schief  gestelltes ­
  Kreuz  enthält,  verziert.  2  Die  Arbeit  ist  unvollkommen  und
roh,  das  Materiale  scheint  ungemischtes  Kupfer  zu  sein.  Es
sollen  an  einer  Stelle  zwölf  Stücke  solcher  seltsamen  Nadeln
gefunden  worden  sein.
Bemerkenswerth  sind  zwei  grössere  Funde.  Den  einen  in
Kleedorf  zwischen  Göllersdorf  und  Oberhallabrunn  machten
Bauersleute  beim  Ackern  im  Jahre  1872.  Er  ergab  folgende
Stücke:  Vier  Palstäbe  mit  deutlichen  Spuren  des  Gebrauches;
einer  derselben,  5  Zoll  lang,  ist  mit  eingravirten  concentrischen
  Kreisen,  die  durch  eingeschlagene  Punkte  verbunden
sind,  verziert  (Fig.  58).  Vier  Kelts  mit  Oehr,  verziert  mit
1  Vgl.  Kemble,  Horae  ferales,  pl.  VI.
2  Nadeln  ähnlicher  Grundform,  aber  mit  durchbrochener  Scheibe  aus  der
Gegend  von  Mainz.  Lindensehmit,  Altertli.  uns.  heidn.  Vor«.  I,  Heft
IV,  Taf.  4.  —  Eine  mit  voller  Scheibe  aus  Södermanland  bei  Montelius,
Antiq.  suädoises,  Fig.  218  a.
            
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