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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  Ansiedlnugen  und  Funde  aus  heidnischer  Zeit.

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bedeutenden  Eingang.  Die  armen  Leute  waren  also  mehr  als
anderswo  auf  sieh  selbst  und  das  wenige,  das  die  etwas  rauhe
Natur  bot,  angewiesen;  ohne  Metallproducte  weit  und  breit,
mussten  sie  sich  mit  dem  zunächst  liegenden,  billigen  behelfen.
Die  Geschiebsteine  und  Serpentine,  aus  denen  die  meisten
Steingeräthe  bestehen,  gaben  bei  geringer  Bearbeitung  ohne
Kosten  leidliche  Werkzeuge  und  die  schon  durch  die  Entfernung ­
  von  metallreicheren  Gegenden  bedingte  Kostspieligkeit
metallener  Werkzeuge  musste  sie  zwingen,  besonders  solche,
welche  eine  grössere  Menge  des  theueren  Materiales  erforderten, ­
  wie  Hämmer,  Schlägel  etc.,  sich  umsonst,  wenn  auch  von
unvollkommenerer  Art,  zu  beschaffen,  wie  wir  denn  solche
auch  an  anderen  Orten,  wie  zu  Hallstatt,  in  der  neuen  Welt,
neben  feineren  Bronze-  und  Eisenwerkzeugen  und  höchst  wahrscheinlich ­
  mit  diesen  gleichzeitig  antreffen.  Die  grosse  Masse
von  Steinobjecten  gerade  in  diesem  abgelegenen  Winkel  dürfte
sieb  aus  diesen  Umständen  erklären  und  wir  werden  nicht
irren,  wenn  wir  annehmen,  dass  sie  hier  eine  längere  Zeit  in
Gebrauch  waren  und  weiter  heraufreichen  als  in  glücklicher
gelegenen  und  reicheren  Gegenden,  wie  etwas  ähnliches  von
den  Pfahlbauten  der  Ostschweiz  gegenüber  denen  der  Westschweiz ­
  behauptet  werden  darf.  Bei  der  Isolirtheit  der  barbarischen ­
  Bewohner  der  Manhartsgegend  gerade  in  den  ersten
christlichen  Jahrhunderten  bis  gegen  das  Mittelalter  ist  es  nicht
unwahrscheinlich,  dass  die  besprochenen  Geräthe  zum  guten
Theile  noch  aus  dieser  Zeit  stammen.  Sie  liegen  auch  fast  zu
Tage,  in  sehr  geringer  Tiefe,  in  der  Ackerkrume,  so  dass  sie
oft  durch  den  Pflug  oder  durch  Regen  an  die  Oberfläche
kommen.  Einen  Wink  geben  uns  auch  manche  Kirchen,  wie
die  auf  dem  Michaels-  und  auf  dem  Leiserberge,  denen  seit
alter  Zeit  Pfarrsprengel  zugewiesen  waren,  die  aber  gegenwärtig ­
  ganz  isolirt,  von  jeder  Ortschaft  entfernt  stehen,  während ­
  bei  ihnen  durch  Funde  der  beschriebenen  Art  Spuren
alter  Niederlassungen  nachgewiesen  werden;  da  ist  es  doch
wahrscheinlich,  dass  diese  noch  bestanden,  als  die  Pfarren  gegründet ­
  wurden,  weil  man  doch  Pfarrkirchen  in  Ortschaften
oder  in  deren  nächster  Nähe  anzulegen  pflegt.  1

1  Vgl.  Much,  a.  a.  0.
            
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