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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

und  zerbrochenen  Stücken  unter  Asche  und  Kohle  hervorgeht.
Grössere,  tennenartige  Plätze  von  fest  geschlagenem,  auf  der
Oberfläche  gebranntem  Lehm,  bedeckt  mit  einer  Lage  von
Asche  mit  sehr  vielen  Gefässscherben  vermischt,  dürften  zur
Herstellung  der  Thongeschirre  benützt  gewesen  sein,  die  nicht
in  geschlossenen  Oefen,  sondern  am  offenen  Feuer  gebrannt  wurden. ­
  Solche  Plätze  fand  Much  in  Limberg  und  Nicder-Sclileinitz.
Bezüglich  der  Beurtheilung  der  culturgeschichtlichen
Stellung  dieser  so  massenhaft  vorkommenden  Steingeräthe  und
der  sie  begleitenden  Objecte,  sowie  der  annähernden  Altersbestimmung ­
  müssen  sowohl  die  allgemeinen  Verhältnisse  des
Landes  und  seiner  Bevölkerung,  als  die  speciellen  Umstände,
welche  die  Funde  begleiten,  in’s  Auge  gefasst  werden.  Zwei
Factoren  sind  überhaupt  bei  der  Zutheilung  solcher  primitiver
Geräthe  an  eine  bestimmte  Periode  in  Rechnung  zu  bringen:
1.  Die  verschiedene  Culturfähigkeit  und  geistige  Begabung  der
einzelnen  Völkerstämme,  2.  der  Grad  der  Armutli,  der  mit
dem  Ergebniss  an  Producten  für  einen  ausgiebigen  Handel
und  mit  der  Entfernung  von  den  grösseren  Verkehrslinien,
daher  der  Berührung  mit  höher  civilisirten  Völkern  zusammenhängt. ­
  Bei  Beurtheilung  der  Funde  im  Manhartsgebiete  fallen
diese  Umstände  schwer  in’s  Gewicht.  Die  nocli  heut  zu  Tage
armen,  weil  von  der  Natur  stiefmütterlich  bedachten  Gegenden
boten  für  den  Handel  nichts,  sie  hatten  und  haben  noch  weder
das  Salz  und  andere  Bergproducte  der  Alpen,  noch  das  schöne
Getreide  und  Vieh  der  Tiefländer,  noch  die  Pelze  und  den
Bernstein  des  Nordens.  Durch  das  coupirte  Terrain,  gebildet
aus  Hocliplateaux  zwischen  tiefen  Thaleinschnitten,  ungünstig
für  Strassenanlagen,  liegen  sie  weit  von  den  alten  Verkehrslinien ­
  und  grösseren,  reicheren  Culturpunkten  entfernt.  Noch
in  den  ersten  Jahrhunderten  unserer  Zeitrechnung  Anden  wir
sie  von  Stämmen  bewohnt,  die,  auch  mit  Rücksicht  auf  die
parteiische  Beurtheilung  von  Römern,  als  barbarisch  bezeichnet
werden  müssen.  1  Von  den  römischen  Niederlassungen  durch
den  Strom  getrennt,  in  steter  Feindseligkeit  mit  ihnen  und
ohne  Tauschmittel,  fanden  römische  Producte  kaum  einen
1  Die  Waffen  der  Quaden  auf  der  Columna  Antoniniana  bestehen  in
Schleudern,  wobei  sie  die  Steine  in  den  um  die  Schultern  gelegten
Fellen  tragen,  Bogen,  Speer  und  Schild.  Bellori,  Col.  Ant.  Tab.  11.
            
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