Ueber AnBiedlungen und Funde aus heidnischer Zeit.
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Umwallang' einer befestigten Ansiedlung' oder eines Lagers
anzusehen ist. Kennbare Spuren eines doppelten Walles mit
Graben zeigen sich noch auf dem Steinberge, gegenüber dem
Leiserberge. 1
So wohnte die alte Bevölkerung, welche die erwähnten
Steinwerkzeuge führte und sich dieser eigenthümlich derben
Gefässe bediente, in festen Wohnsitzen, vielleicht in geschlossenen
Ortschaften, sich hauptsächlich von Jagd und Viehzucht
nährend, aber auch der Ackerbau dürfte ihr nicht fremd gewesen
sein. Die Hütten bestanden aus Pfählen und geflochtenem Reisig
mit dickem Lehmbeschlag. Dies bezeugen zahlreiche Stücke des
letzteren, die durch ihren verschlackten Zustand und die dabei
befindlichen Aschenmengen auf die Zerstörung der Wohnungen
durch Brand schliessen lassen. 2
Obwohl in dem erwähnten Bezirke bisher noch kein
Bernstein — der sprechendste Beweis für einen weiter ausgedehnten
Handelsverkehr —, überhaupt kein entschieden
fremdländisches Stück (ein Goldstück von Alexander dem
Grossen ausgenommen) gefunden wurde, so bezeugen doch
manche aus weiterer Perne bezogene Steinarten, namentlich
die wahrscheinlich aus der Gegend von Brünn herbeigebrachten
Feuersteine, einen Verkehr wenigstens mit den Nachbarn. 3
Dass die Steingeräthe und Gefässe aber hier gefertigt wurden,
geht aus den deutlichen Spuren ihrer Fabricationsplätze hervor.
So kommen am Vitusberge Pfeilspitzen aus Hornblende und
Feuerstein, nebst unfertigen oder verunglückten Stücken und
Abfällen in solcher Menge vor, dass man auf eine massenhafte
Erzeugung dieser Waffengattung an Ort und Stelle schliessen
darf. Au einem andern Punkte desselben Hügels war ein
Töpferplatz, wo besonders die oben erwähnten Thonpyramiden
gefertigt worden zu sein scheinen, wie aus den vielen ganzen
1 Much, ebd. II, 126.
2 Much, a. a. O. I, S. 165. Die Hütten der Quaden, welche in dieser
Gegend wohnten, erscheinen auf der Antonins-Säule rund, wie mit Reisig
oder Schilf bekleidet, kuppelartig mit Stroh oder Schilf bedeckt. (Bellori,
Col. Anton. Tab. 9, 17, wo sie von den römischen Soldaten mit
Fackeln in Brand gesteckt werden).
3 Bei Prossnitz in Mähren wurden Ringe aus Bernstein gefunden, nebst
Bronzen und blauen Glasperlen aus später heidnischer Zeit.