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von Frankreich auf gar keine Weise gewählt werde, obwohl
sein Bruder (der Cardinal) für ihn sich nach allen Kräften bemüht
habe. Der Markgraf belustigte sich in einem für einen
Fürsten ganz zierlichen Latein den englischen Botschafter zu
belügen. Es sei klar, setzte Pace hinzu, dass der Erzbischof
von Cöln und der Markgraf gegen den Franzosen die gleiche
Gesinnung hätten. Diesem Briefe, der auf dem Schiffe (in
Rhoeno!) 1 geschrieben war, als Pace von Frankfurt nach Mainz
fuhr (9. Juni), folgte am 10. gleichfalls auf dem Schiffe geschrieben
ein zweiter, am 11. ein dritter. 2 Er traf den Churfürsten
von Trier in Frankfurt und erhielt von ihm die Mittheilung,
Heinrich sei von der Wahl nicht ausgeschlossen, sowie
dass Maximilian ihn so sehr in den Vordergrund gestellt
habe. Auf dieses machte Pace von seiner Werbung für den
König von England kein Geheimniss und erhielt dann von dem
Churfürsten die Antwort, wenn seine Vollmachten an alle Churfürsten
gerichtet wären, so würde er eine grosse Berücksichtigung
seines Königs finden. Obwohl der Churfürst als ganz
französich galt, so machte er doch auf Pace den Eindruck
eines weisen und edlen Mannes. Es hiess, dass er im Herzen
die Ehre seiner Nation, so viel er könnte, zu wahren bestrebt
sei. Der Pfalzgraf sei ganz französich.
Nachdem die verschiedenen Gesandten gehört worden, erhielten
sie den Befehl, die Stadt zu verlassen. Noch war der Churfürst
von Sachsen nicht gekommen, Pace hatte jedoch Sorge getragen,
dass er die Meinung K. Heinrichs erfahre. Man versicherte, er
werde wederin die Wahl des französischen Königs einwilligen, noch
selbst die Wahl annehmen. Die Erzherzogin Margarethe, weit
entfernt, eine Ahnung von dem Doppelspiel des englischen
Cäbinets zu besitzen, hatte alle spanischen Gesandten angewiesen,
alle Wahlsachen Pace mitzutheilen. De la Roche habe
eingestanden, die Hoffnung seines Herrn (K. Karl) ruhe auf
dem Cardinal von Mainz. Karl komme wesentlich zur Hülfe,
dass das Verlangen der Nation sich immer lauter dahin ausspreche,
sie wolle den König von Frankreich nicht, sondern
entweder Karl oder dessen Bruder Ferdinand. Vier Ritter
1 Es sollte doch wohl heissen von Mainz nach Frankfurt auf dem Main,
a n . 296, 297, 299.