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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

massenhafte  Anhäufung  von  Geschirren  und  deren  Verschiedenheit ­
  in  Form  und  Arbeit  lassen  auf  die  lange  Dauer  der
Ansiedlungen  schliessen.
i)  Perlen,  Wirtel  aus  Thon  und  anderen  Stoffen.
Ungemein  häufig  sind  durchbohrte  Thonstücke  von  >/ 2 —2  Zoll
Grösse  in  Form  vollrunder  oder  abgeplatteter  Kugeln,  gestutzter ­
  Kegel,  Birnen  und  Scheiben  aus  feinem  Materiale,  nicht
selten  mit  Einkerbungen  oder  Strichen  verziert  (Fig.  35—37).
Sie  dürften  thcils  eine  technische  Verwendung  gehabt  haben,
wie  man  vermuthet,  als  Spinnwirtel,  theils  als  einfacher
Schmuck  gedient  haben.  Es  gibt  auch  derartige  Stücke  aus
Graphit  und  weichen  Steinarten,  manche  sind  entschieden
Perlen,  fässchenförmig  (Fig.  38),  achtkantig  (Fig.  39)  oder
ringartig  (Fig.  40),  wie  auch  solche  von  9—11  Linien  Durchmesser ­
  aus  opakem,  porös-schlackigem  Glase,  wie  es  mitunter
bei  der  Töpferei  gewonnen  wird.  Aus  eigentlichem  Glase  von
bouteillengriiner  Farbe,  durchscheinend,  besteht  ein  einziges
Ringelchen.
Unter  den  Thonarbeiten  befinden  sich  auch  stumpfe  Pyramiden ­
  von  verschiedener  Grösse  (2—8  Zoll),  ungefähr  in  der  Mitte
durchbohrt,  von  unbekannter  Bestimmung.  Sie  ähneln  denen
der  Schweizer  Pfahlbauten,  die  man  als  Webstuhl-Gewichte
anzusehen  geneigt  ist;  zu  diesem  Zwecke  wären  aber  die
grösseren  unter  den  unserigen  zu  schwer,  kleine  mögen  als
Amulette  getragen  worden  sein.  Eine  1 3 / 1  Zoll  hohe  Pyramide
aus  weichem  Stein  wurde  in  Stolzendorf  gefunden,  mehrere,
sowie  ein  4  Zoll  im  Durchmesser  haltender  Wirtel  aus  Serpentin ­
  bei  Göllersdorf.
Der  Bezirk  dieser  Funde,  soweit  er  bis  jetzt  genauer
erforscht  ist,  umfasst  die  westliche  Abdachung  des  Manhartsberges
  bis  an  den  Kamp,  den  Horner-Wald  und  nördlich  bis
an  die  Thaya,  1  sowie  die  östliche  Abdachung  des  Höhenzuges
bis  in  die  Ebene  hinaus  und  herab  an  die  Donau.  Auch  noch  weiter
östlich  finden  sich  auf  den  Höhen  des  Rohrerwaldes  und  den
Leiserbergen  Spuren  von  Ansiedlungen  mit  ähnlichen  Vorkommnissen; ­
  der  südlichste  Punkt  ist  der  Bisamberg,  auf  dem
1  Steinhämmer,  bei  Frain  an  der  Thaya  gefunden,  besitzt  das  kaiserliche
Antikencabinet;  auch  bei  Znaim  wurden  Steinwerkzeuge  gefunden.
            
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