582
Sacken.
massenhafte Anhäufung von Geschirren und deren Verschiedenheit
in Form und Arbeit lassen auf die lange Dauer der
Ansiedlungen schliessen.
i) Perlen, Wirtel aus Thon und anderen Stoffen.
Ungemein häufig sind durchbohrte Thonstücke von >/ 2 —2 Zoll
Grösse in Form vollrunder oder abgeplatteter Kugeln, gestutzter
Kegel, Birnen und Scheiben aus feinem Materiale, nicht
selten mit Einkerbungen oder Strichen verziert (Fig. 35—37).
Sie dürften thcils eine technische Verwendung gehabt haben,
wie man vermuthet, als Spinnwirtel, theils als einfacher
Schmuck gedient haben. Es gibt auch derartige Stücke aus
Graphit und weichen Steinarten, manche sind entschieden
Perlen, fässchenförmig (Fig. 38), achtkantig (Fig. 39) oder
ringartig (Fig. 40), wie auch solche von 9—11 Linien Durchmesser
aus opakem, porös-schlackigem Glase, wie es mitunter
bei der Töpferei gewonnen wird. Aus eigentlichem Glase von
bouteillengriiner Farbe, durchscheinend, besteht ein einziges
Ringelchen.
Unter den Thonarbeiten befinden sich auch stumpfe Pyramiden
von verschiedener Grösse (2—8 Zoll), ungefähr in der Mitte
durchbohrt, von unbekannter Bestimmung. Sie ähneln denen
der Schweizer Pfahlbauten, die man als Webstuhl-Gewichte
anzusehen geneigt ist; zu diesem Zwecke wären aber die
grösseren unter den unserigen zu schwer, kleine mögen als
Amulette getragen worden sein. Eine 1 3 / 1 Zoll hohe Pyramide
aus weichem Stein wurde in Stolzendorf gefunden, mehrere,
sowie ein 4 Zoll im Durchmesser haltender Wirtel aus Serpentin
bei Göllersdorf.
Der Bezirk dieser Funde, soweit er bis jetzt genauer
erforscht ist, umfasst die westliche Abdachung des Manhartsberges
bis an den Kamp, den Horner-Wald und nördlich bis
an die Thaya, 1 sowie die östliche Abdachung des Höhenzuges
bis in die Ebene hinaus und herab an die Donau. Auch noch weiter
östlich finden sich auf den Höhen des Rohrerwaldes und den
Leiserbergen Spuren von Ansiedlungen mit ähnlichen Vorkommnissen;
der südlichste Punkt ist der Bisamberg, auf dem
1 Steinhämmer, bei Frain an der Thaya gefunden, besitzt das kaiserliche
Antikencabinet; auch bei Znaim wurden Steinwerkzeuge gefunden.