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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacken.

eine  rasche  Drehung;  versetzt  worden  sein,  weil  die  Löcher
durchaus  so  vollkommen  zirkelrund  geriethen.  Bei  der  Vituscapelle ­
  fand  man  auch  mehrere  zugerichtete,  aber  noch  ungebolirte
  Hämmer,  sowie  bei  Harmannsdorf  angefangene,  bei
denen  die  Bohrung  nur  versucht  wurde.  Ein  einziges  bei
Jetzelsdorf  gefundenes  Exemplar,  3  Zoll  lang,  hat  kein  Stielloch, ­
  sondern  statt  desselben  auf  jeder  Langseite  eine  senkrechte ­
  Rinne,  um  an  einen  Stiel  gebunden  zu  werden.
In  Bezug  auf  Grösse  und  Form  ist  die  Verschiedenheit
sehr  gross.  Der  grösste  bei  Rockendorf  gefundene  Hammer
ist  12  Zoll  lang,  4  Zoll  breit,  2 1 / 2  Zoll  dick  und  wiegt  7 3 / 4  Pfund,
der  kleinste  hat  nur  3 1 / 2  Zoll  Länge  bei  l 3 /.,  Zoll  Breite,  1  Zoll
Dicke.  lirsterer  ist  rückwärts  schief  abgeplattet  und  geglättet,
sonst  fast  ganz  unbearbeitet,  letzterer  (Fig.  15)  rückwärts
abgerundet  und  ganz  polirt.  Diejenigen  hammerartigen  Werkzeuge, ­
  bei  denen  die  Schneide  horizontal  steht,  sind  flache,
bisweilen  etwas  gebogene,  hauenartige  Steine;  ein  solches  von
Ravelsbach,  nur  in  einem  Fragment  vorhandenes,  bei  4  Zoll
Breite  nur  11  Linien  dick,  aus  schönem  Serpentin,  ist  sehr
rein  polirt,  das  Stielloch  spiegelglatt.  Ein  flaches  aus  Probirstein
  hat  das  Stielloch  in  der  Mitte,  ein  anderes,  wie  Fig.  9,
unten  ganz  flach,  hat  eine  convexe  Schneide.  Zu  den  Hämmern ­
  kamen,  wie  überall,  nur  weichere  Steinarten,  namentlich
Serpentine,  die  in  nicht  weiter  Ferne  häufig  Vorkommen,  auch
weiche  Sand-  oder  mergelartige  Steine  in  Verwendung.
Besonders  schön  und  von  der  gewöhnlichen  Form  abweichend ­
  ist  das  bei  Kameck  zwei  Klafter  tief  im  Lehm  nebst
Knochen  gefundene  Fragment  einer  Streitaxt  aus  hellgrünem
Serpentin  (Fig.  18),  3  '/ 2  Zoll  lang.  Am  Stielloche  fast  rund  geht
sie  in  eleganter  Schweifung  in  die  stumpfe,  um  1  Zoll  längere
Schneide  über.  Möglicherweise  war  die  Rückseite  ähnlich  gestaltet, ­
  so,  dass  das  ganze  Instrument  eine  Bipennis  darstellte. 1
Es  mag  wohl  mehr  ein  Prunkstück,  als  zu  wirksamem  Gebrauche ­
  bestimmt  gewesen  sein,  wie  die  zierliche  Form  und
die  schon  ursprünglich  stumpfe  Schneide  beweisen.
1  Vgl.  Nilsson,  Steinalter  Taf.  VIII.  173.  Madsen,  Taf.  XV,  8,  XXXII.
13—18.  Worsaae,  Nordiske  oldsager  103—109.  —  Lin  den  sch  mit,
Alterth.  uns.  heidn.  Vorzeit.  I.  Heft  IV,  Taf.  1.  —  Kemble,  Horae
ferales,  pl.  III.  —  Montelius,  Antiq.  suedoises,  Fig.  42.
            
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