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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

lieber  Ansiedhmgen  und  Funde  aun  heidnischer  Zeit.

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Verhältnissen,  bei  den  einzelnen  Stämmen  weiter  ausbildeten,
oder  verkümmerten  und  bei  sonstiger  Verwilderung  verdunkelten. ­
  So  deutet  auch  die  nachweisbar  älteste  Begräbnissart
in  Steinkisten,  ihre  Gleichartigkeit  im  Principe,  bei  dem
überaus  ausgedehnten  Verbreitungsbezirk  auf  eine  gleiche
Urquelle.  Man  hat  es  daher  auch  aufgegeben,  diese  Gräber,  sowie
die  alten  Steine,  seihst  Bronzegeräthe  einem  einzelnen  Volke
zuzuschreiben,  nachdem  die  Fundergebnisse  gezeigt  haben,
dass  ihre  Zutheilung  an  Kelten,  Germanen,  Slaven,  Iberer,
Iren, 1  Phönizier  oder  Tamhu  eine  zu  beschränkte,  einseitige
wäre.  Allerdings  lassen  sich  bei  eingehender  Vergleichung  für
manche  Bezirke,  aber  aucli  nur  im  grossen  und  im  allgemeinen
gewisse  mehr  oder  weniger  feststehende  Eigenthümlichkeiten
nachweisen,  die  freilich  oft  nur  von  der  Natur  des  bearbeiteten ­
  Materiales  abhängen.  So  erscheinen  die  Steinwerkzeuge
österreichischen  Fundortes  in  grösserer  Uebereinstimmung  mit
denen  aus  den  südlich  der  Donau  gelegenen  Ländern,  der
Schweiz  und  Oberitalien,  als  mit  den  nordischen;  bei  ersteren
herrschen  weichere  Steinarten,  bei  letzteren  der  Feuerstein  vor.
Der  im  Jahre  1866  verstorbene  Reichsfreiherr  Candid
von  Engelshofen  auf  dem  Schlosse  Stockem  bei  Horn
sammelte  eine  lange  Reihe  von  Jahren  hindurch  alle  in  einem
weiteren  Bezirk  um  sein  Gut  vorkommenden  Alterthümer,
insbesondere  Steingeräthe,  deren  er  über  10,000  zusammenbrachte. ­
  Eine  Auswahl  von  Musterbeispielen  schenkte  der  gegenwärtige ­
  Besitzer  der  für  die  älteste  Culturgeschichte  höchst
bedeutenden  Sammlung,  Herr  Ernst  Graf  Hoyos-Sprinzenstein
  dem  k.  k.  Münz-  und  Antikencabinete  und  gestattete
mir  die  Durchsicht  der  ganzen  in  500  Cartons  verwahrten
Sammlung.  Bei  jedem  Stücke  ist  der  Fundort  sehr  genau  verzeichnet, ­
  wodurch  die  Art  und  Menge  der  Vorkommnisse  an
den  einzelnen  Punkten  festgestellt  werden  kann.
Die  Fundgegenstände  der  ältesten  Perioden  zerfallen  in
folgende  Gattungen  :
a)  Keilförmige  Werkzeuge  (Aexte,  Meissei),  wie  sie  zu
mannigfachen  Verrichtungen  gebraucht  wurden,  theils  als  Beile,
mit  einer  Schäftung  versehen,  theils  ohne  Fassung  als  Hand-1

  Neuester  Zeit  durch  Maack,  Die  Entzifferung  des  Etruskischen,  S.  90.
            
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