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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Höfler.  K.  Karls  (V.,  erstes  Auftreten  in  Spanien.

was  ihm  Castilien  gewährt,  man  rechnete  Ende  Januar  1518
eine  Summe  von  1.200.000  bis  1.500.000  Ducateh, 1  und  noch
immer  wollte  es  zu  keiner  rechten  Entscheidung  kommen,  als
allmälig  das  Gerücht  sich  verbreitete,  K.  Maximilian  sei  gestorben, ­
  Karl  aus  den  ganz  unfertigen  aragonesischen  Zuständen ­
  sich  in  die  noch  schlimmeren  des  deutschen  Reiches
stürzte.  Auch  in  Aragon  konnte  zuletzt  Karl  nur  mit  seiner
Mutter  die  Anerkennung  erlangen, 2  und  dann  war  er  noch
immer  nicht  in  Catalonien  noch  in  Valencia  anerkannt.  Karl
musste  die  Liquidation  der  im  Mannesstamme  ausgestorbenen
aragonesischen  Dynastie  durchführen.  Die  Anerkennung  der
Forderungen  der  Aragonesen,  der  Valencianer  und  Catalanen, 3
so  excessiv  sie  waren,  ward  die  Bedingung  der  Anerkennung
der  neuen  habsburgischen  Dynastie,  welche  bei  ihrem  Regierungsantritte ­
  in  die  Unmöglichkeit  versetzt  werden  sollte,  das
Heil  des  Landes  zu  befördern,  wohl  abei',  während  ihr  nach
Innen  die  Hände  gebunden  waren,  nach  Aussen  hin  alle  Verantwortlichkeit ­
  der  Regierung  übernehmen  musste.  Karl  befand
sich  bereits  1518  den  aragonesischen  Königreichen  gegenüber  in
einer  Lage  ganz  ähnlich  der,  in  welcher  sein  Bruder  Ferdinand ­
  acht  Jahre  später  sich  in  Ungarn  und  Böhmen  befand,
einer  Adelsherrschaft  gegenüber,  die  auf  den  Ruin  des  Königthums ­
  lossteuerte.
1  Ep.  634.
' 2  Die  Cortes  erklärten  sich  anfänglich  bereit,  ihn  als  König  auzuerkennen,
würden  aber  an  demselben  Tage,  an  welchem  sie  dieses  thäten,  dem  Infanten ­
  Ferdinand  als  Prinzen  schwören,  was  alle  Pläne  Karls  durchkreuzte. ­

3  Erst  im  Anfänge  1519  endigte  die  Session  der  aragonesischen  Cortes
(Sandoval  III.  §.  29),  worauf  sich  Karl  am  15.  Februar  nach  Barcelona
begab,  wo  er  die  Nachricht  vom  Tode  seines  Grossvaters  empfing.  Die
Catalanen  wollten  jetzt  aber  noch  immer  nichts  von  einer  Huldigung  wissen,
da  die  Königin  am  Leben  sei,  sie  wollten  sich  nicht  einmal  als  Cortes
versammeln;  nach  zwanzig  trotzigen  Tagen  besannen  sie  sich  aber  doch
eines  Besseren  und  huldigten  Karl.  Nach  Valencia  zu  gehen  und  dort
ähnliche  Unarten  zu  empfangen,  hatte  aber  Karl  ebensowenig  mehr  Zeit
als  Lust.
            
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