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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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die  Geldsendungen  begannen,  um  sieb  unter  den  deutschen
Churfürsten  eine  Partei  zu  erwerben,  1  nicht  minder  die  schwieligen ­
  Verhandlungen  mit  den  vier  ,Armen'  (brazos)  der  aragonesischen
  Stände  ihren  Anfang  nahmen,  endlich  wurde  die
Verlobung  der  Königin-Wittwe  von  Aragon,  welche  K.  Karl
aus  dem  Kloster  Abrogio  nach  Aranda 2  und  Saragossa  hatte
kommen  lassen,  mit  dem  Markgrafen  Johann  von  Brandenburg
vorbereitet.  Gleichzeitig  begannen  die  nachdrücklichen  Bewerbungen ­
  des  französischen  Königs  um  die  Kaiserkrone  und
sein  Anschluss  an  das  Haus  Hohenzollern.  3
Die  Stellung  des  Königs  ward  unendlich  schwierig.  Der
Herzog  von  Alba,  Castilianer,  aufgefordert  Karl  nach  Aragon
zu  begleiten,  erklärte,  seine  Dienste  seien  schlecht  belohnt
worden  und  ging  nach  Hause.  Die  Cortes  erklärten  sich  noch
immer  nicht,  dem  Könige  als  König  zu  schwören.
Am  20.  Mai  eröffnete  Karl  von  den  Granden  umgeben
die  Versammlung  der  Cortes.  Der  Procurator  von  Aragon
erklärte,  dass  der  durchlauchtige  König,  nachdem  er  seine
alten  Staaten  verlassen,  zur  Regierung  dieser  Königreiche  gekommen ­
  sei.  Er  habe  den  römischen  Kaiser  zu  seinem  Grossvater, ­
  die  Könige  von  Dänemark  und  Ungarn  zu  Schwägern,
die  von  England  und  Portugal  zu  Oheimen,  der  Papst  sei  ihm
auf  das  freundlichste  gesinnt.  Daher  könnten  die  Aragonesen
unter  der  Leitung  eines  solchen  Königs  rechnen,  einen  glücklichen ­
  Frieden  zu  gemessen,  der  ein  besonderes  und  göttliches
Geschenk  sei.  Er  ermahne  daher  die  Aragonesen,  sie  möchten
rasch  das  Donativ,  welches  sie  ihren  Königen  zu  geben  pflegen,
ihm  geben.  ,Und  haltet  die  Hand  nicht  zurücke,  nachdem  ich,

1  100.000  Ducaten  nach  Spinelli.  Letzterer  berichtet  4.  Mai  aus  Calatayud,
  wie  sehr  die  künftige  Wahl  das  Cabinet  Karls  bereits  in  Anspruch
nähme.  Schon  jetzt  ist  die  Rede  von  einer  Vermählung  der  Infantin  mit
dem  Erbprinzen  von  Brandenburg.  Brew.  n.  4146.
2  P.  Martyr  n.  612.
:i  Knight  to  Wolsey.  Mechlin  26.  April.  Brew.  n.  4117.
Man  glaubte  übrigens  bereits,  K.  Franz  werde  selbst  für  den  Fall
des  Todes  seiner  schwächlichen  Gemahlin  um  Leonore  freien,  dann  aber
möchten  sich  Karl  und  Ferdinand  vorsehen,  dass  er  sie  nicht  ermorden
lasse,  um  Erbe  von  Spanien  zu  werden.  Sie  erhielten  desshalb  Warnungen
aus  England.  Brew.  n.  4136.
            
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