K. Karls (V.) erstes Auftreten in Spanien.
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die Geldsendungen begannen, um sieb unter den deutschen
Churfürsten eine Partei zu erwerben, 1 nicht minder die schwieligen
Verhandlungen mit den vier ,Armen' (brazos) der aragonesischen
Stände ihren Anfang nahmen, endlich wurde die
Verlobung der Königin-Wittwe von Aragon, welche K. Karl
aus dem Kloster Abrogio nach Aranda 2 und Saragossa hatte
kommen lassen, mit dem Markgrafen Johann von Brandenburg
vorbereitet. Gleichzeitig begannen die nachdrücklichen Bewerbungen
des französischen Königs um die Kaiserkrone und
sein Anschluss an das Haus Hohenzollern. 3
Die Stellung des Königs ward unendlich schwierig. Der
Herzog von Alba, Castilianer, aufgefordert Karl nach Aragon
zu begleiten, erklärte, seine Dienste seien schlecht belohnt
worden und ging nach Hause. Die Cortes erklärten sich noch
immer nicht, dem Könige als König zu schwören.
Am 20. Mai eröffnete Karl von den Granden umgeben
die Versammlung der Cortes. Der Procurator von Aragon
erklärte, dass der durchlauchtige König, nachdem er seine
alten Staaten verlassen, zur Regierung dieser Königreiche gekommen
sei. Er habe den römischen Kaiser zu seinem Grossvater,
die Könige von Dänemark und Ungarn zu Schwägern,
die von England und Portugal zu Oheimen, der Papst sei ihm
auf das freundlichste gesinnt. Daher könnten die Aragonesen
unter der Leitung eines solchen Königs rechnen, einen glücklichen
Frieden zu gemessen, der ein besonderes und göttliches
Geschenk sei. Er ermahne daher die Aragonesen, sie möchten
rasch das Donativ, welches sie ihren Königen zu geben pflegen,
ihm geben. ,Und haltet die Hand nicht zurücke, nachdem ich,
1 100.000 Ducaten nach Spinelli. Letzterer berichtet 4. Mai aus Calatayud,
wie sehr die künftige Wahl das Cabinet Karls bereits in Anspruch
nähme. Schon jetzt ist die Rede von einer Vermählung der Infantin mit
dem Erbprinzen von Brandenburg. Brew. n. 4146.
2 P. Martyr n. 612.
:i Knight to Wolsey. Mechlin 26. April. Brew. n. 4117.
Man glaubte übrigens bereits, K. Franz werde selbst für den Fall
des Todes seiner schwächlichen Gemahlin um Leonore freien, dann aber
möchten sich Karl und Ferdinand vorsehen, dass er sie nicht ermorden
lasse, um Erbe von Spanien zu werden. Sie erhielten desshalb Warnungen
aus England. Brew. n. 4136.