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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (Y.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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fehl.  Man  musste  sich  von  Seiten  der  königlichen  Räthe  überzeugen, ­
  dass  es  an  ihnen  sei,  nachzugeben;  aber  auch  die  Proeuratoren
  liessen  sich  bereit  finden,  Chievres  als  Eingebornen
(natural  destos  regnos)  anzuerkennen.  Am  5.  Februar  1518  1
fand  die  feierliche  Sitzung  statt,  in  welcher  erst  der  Bischof
von  Badajoz  die  Macht  des  Königs  hervorhob,  woi’auf  dann
K.  Karl,  zur  Nachgiebigkeit  bereit,  feierlich  die  Freiheiten  von
Castilien  beschwor.  Als  er  aber  hierbei  das  Versprechen,  keine
Ausländer  anzustellen,  ausliess,  drang  Zumel  darauf,  dass  der
Eid  auch  hierauf  geleistet  werden  müsse,  worauf  K.  Karl  auch
dieses  beschwor,  ohne  jedoch  das  Misstrauen  ganz  tilgen  zu
können. 2  Noch  entstand  ein  Streit  über  den  Vorrang  zwischen
den  Städteprocuratoren  und  dem  Adel  in  der  Reihenfolge  der
Granden.  Fort  und  fort  unterhandelte  Zumel,  um  alle  Städteprocuratoren ­
  zu  gemeinsamem  Auftreten  und  den  König  zu
unumwundener  Erklärung  zu  drängen.  Endlich  folgte  am
7.  Februar  die  feierliche  Huldigung,  zuerst  schwor  der  Infant,
dann  seine  Schwester  Leonora,  alle  Procuratoren,  Prälaten,
Granden  und  Ritter  des  Königreichs.  Man  bestimmte,  dass
bei  allen  königlichen  Verordnungen  der  Name  der  Königin
Juana  vorausgesetzt  werde,  und  wenn  sie  je  den  Verstand
wieder  gewänne,  sollte  sie  allein  regieren  und  Karl  nur
principe  de  Espana  sein,  eine  Clausei,  die  für  die  Königin
verhängnissvoll  wurde.  Die  Cortes  bewilligten  sodann  eine
grössere  Summe  als  je  früher  bewilligt,  verwahrten  sich  aber,
dass,  ausgenommen  im  Falle  dringendster  Noth,  neue  Steuern
auferlegt  würden. 3  Achtundachtzig  Petitionen,  welche  dem
Könige  bei  dieser  Gelegenheit  übergeben  wurden,  bewiesen,
wie  ernst  die  Cortes  die  Dinge  auffassten.  Sie  verlangten  eine
der  Königin  als  Herrin  dieses  Landes  angemessene  Behandlung, ­
  baldige  Vermählung  K.  Karls,  und  solange  diese  nicht
erfolgte,  sollte  der  Infant  Castilien  nicht  verlassen.  Der  König
solle  schwören,  keine  neuen  Steuern  aufzulegen,  keine  Ausländer ­
  zu  naturalisiren,  sich  nur  durch  spanische  Gesandte  ver-1

  Martyr  von  Angloria  sagt  am  8.  Februar,  ep.  608.
2  Esto  juro.  La  Fuente  XI.  85.  Sandoval  p.  129.
3  Nach  la  Fnente  doseientos  cuentos  de  maravedis,  nach  Martyr  von  Angleria
  600.000  Dueaten.
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXXIV.  ßd.  III.  Hft.

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