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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl’s  T.  Walil  zum  römischen  Könige.

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1519  über  König  Franz’  kriegerische  Anordnungen.  1  Es  war
kein  geringer  Vortheil  für  König  Karl,  als  die  Schweizer  den
alten  Bund  mit  Oesterreich  und  Burgund  erneuten  und  ihm
ihren  Beistand  zur  Wahlangelegenheit  verhiessen.  2  Da  endlich
ward  Pace,  welcher  nächst  Wolsey  das  ganze  Vertrauen  Heinrichs ­
  VIII.  besass,  (17.  Mai)  zu  den  Churfürsten  entsendet,
nachdem  die  königlichen  Schreiben 3  an  diese  sich  bisher  in
sehr  allgemeinen  Ausdrücken  gehalten. 4  Man  wusste,  dass
König  Franz  erklärt  habe,  gewinne  er  das  Kaiserthum  nicht
durch  Unterhandlungen,  so  werde  es  durch  Waffengewalt  geschehen. ­
  5  Um  so  mehr  mochte  man  hoffen,  dass  die  Churfürsten ­
  sich  zuletzt  —  für  König  Heinrich  entscheiden  würden. ­
  Pace  solle  den  Franzosen  gegenüber  thun,  als  begünstige
Heinrich  den  König  Franz,  den  Spaniern  gegenüber  als  begünstige ­
  er  König  Karl,  und  für  Heinrich  arbeiten. 6  Jetzt
wurde  selbst  in  den  Vordergrund  gestellt,  dass  Heinrich  VIII.,
der  Tudor,  aus  deutschem  Stamme  sei.  Gleich  der  Anfang  der
diplomatischen  Reise  Pace’s  war  unendlich  glücklich.  Am  Hofe
der  Princessin  Margarethe  zu  Brüssel  hielt  man  seine  Sendung
für  einen  neuen  Beweis  der  freundlichen  Gesinnungen  Heinrichs ­
  für  König  Karl.  Pace  wurde  mit  der  geheimsten  Lage
der  Dinge  bekannt  gemacht,  Pfalz,  Mainz,  Cöln  hätten  ihre
Versprechungen  treu  gehalten.  Pace  bemerkte  aber  doch,  dass
das  nicht  so  ganz  der  Fall  sei  und  schrieb  dies  sogleich  an
Wolsey, 7  und  dass  man  ihm  nur  glauben  machen  wollte,  es  sei

1  n.  203.
2  Margarethe  von  Savoyen  an  König  Heinrich.  7.  Mai  n.  213.
3  n.  235.
4  Der  König  stellte,  als  er  Pace  bei  den  Clmrfiirsten  accreditirte.  diesen  sich
und  seine  Macht  zur  Verfügung.  Schreiben  vom  11.  Mai  1519.  Bei
Buchlioltz  III.  S.  673.
5  Der  König  (Karl)  schrieb  daher  an  den  Bischof  von  Worcester:  he  will
take  care  that  the  votes  of  the  electors  are  not  coerced.  18.  Mai.
6  Seine  Instruction  (n.  239—341)  lautete:  to  disappoint  the  election  of
the  French  King  and  the  King  of  Castile  and  to  find  means  by  provident
and  circumspect  drifts  to  drive  the  electors  to  eleet  Henry  VIII.,  which
is  of  the  Germany  tongue.
7  n.  254.

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