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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Höfler.

Unordnungen  in  der  Kirche  ein  Ende  gemacht  werden  und,
was  der  Cardinal  für  den  höchsten  Wunsch  seines  Lebens
erklärte,  es  möge  ausserhalb  Roms  ein  Universalconcil  mit
vollster  Freiheit  gehalten,  die  Kirche  reformirt  werden,  dann
aber  möge  der  König  den  Zug  gegen  die  Ungläubigen  unternehmen. ­
  1
Der  Regent  hatte  Sorge  getragen,  dass,  welche  Einflüsse
sich  auch  auf  K.  Karl  geltend  machten,  seine  Rathschläge  dem
Könige  nicht  unbekannt  blieben,  da  er  sie  den  Händen  des
früheren  Lehrers  Karls,  seines  Collegen  im  Cardinals-Collegium ­
  anvertraut  hatte.  ?
Unterdessen  hatte  K.  Karl  in  Aguilar  del  Campos  die
Huldigung  der  Castilianer  angenommen,  war  dann,  von  Wenigen ­
  begleitet,  mit  der  Infantin  Leonore  nach  Tordesilla  gekommen, ­
  wo  auf  diese  Nachricht  die  Königin  sich  ankleiden
Hess  und  ihre  Kinder  empfing, 3  welche  bei  dieser  Gelegenheit
auch  ihre  zehnjährige  Schwester,  die  Infantin  Catalina  sahen.
Die  Königin  beschenkte  den  König,  den  sie  jedoch  nur  als
Prinzen  anerkannte,  sowie  die  Infantin.  Als  aber  nun  der
Erzbischof  von  Saragossa,  natürlicher  Sohn  K.  Ferdinands,
gleichfalls  nach  Tordesilla  kam,  seine  Verwandten  zu  begrüssen,
  wurde  er  abgewiesen  und  musste,  so  unangenehm  es
ihm  war,  unverrichteter  Dinge  abziehen,  ohne  auch  nur  in  das
Schloss  aufgenommen  worden  zu  sein.  Selbst  er  durfte  sich
nicht  von  dem  Zustande  Juana’s  überzeugen.
Bereits  war  der  Regent,  nur  noch  durch  einen  dünnen
Faden  mit  dem  Leben  verbunden,  nach  Roa  gekommen  und
erwartete  -die  Weisung  der  Zusammenkunft  mit  K.  Karl.  Allein
die  Sache  gestaltete  sich  anders,  als  Jedermann  erwartet  hatte.
Statt  dass  der  König  nach  Roa  gekommen  wäre,  erliess  Karl

1  E  lo  que  mas  deseo  el  cardenal  en  csta  vida  fue  hallarse  en  im  concilio
  universal  hechö  fuera  de  Roma,  donde  pudiera  tener  entera  libertad
  en  el  remedio  de  la  Iglesia,  en  un  pueblo  donde  los  perlados  e  personas
  de  buen  zelo  pudieran  tener  libertad,  e  reformada  la  Iglesia  se
echara  &  los  pies  de  V.  M.  para  que  empleara  su  poder  contra  los  infideles.
Dieses  wichtige  politische  Testament  ist  allen  Biographen  des  berühmten
Cardinais  unbekannt  geblieben.
2  Flesehier  hist,  du  Card.  Ximenes  p.  247.
3  Petr.  Mart.  n.  602.
            
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