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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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Bereits  war  in  Betreff  des  Infanten  Ferdinand  der  königliche ­
  Befehl  erfüllt,  der  Prinz  befand  sich  bei  dem  Regenten;
von  San  Vincente  aus  erging  der  Befehl  an  den  Vicekönig
von  Neapel,  den  Aufstand,  der  in  Sicilien  ausgebrochen  war,
mit  Gewalt  niederzuwerfen,  und  da  dem  Könige  die  Nachricht
zugekommen  war,  wie  traurig  es  seit  dem  Tode  K.  Ferdinands
mit  der  Gerechtigkeitspflege  in  Aragonien  aussehe,  wurde  beschlossen, ­
  mit  aller  Kraft  das  Volk  gegen  die  Uebergriffe  des
Adels  in  Schutz  zu  nehmen.  Vielleicht  stand  damit  der  Gedanke ­
  in  Verbindung,  sich  zuerst  nach  Aragon  zu  wenden;
Ximenes  machte  jedoch  aufmerksam,  welchen  üblen  Eindruck
es  in  Castilien  hervorbringen  würde,  wenn  K.  Karl  das  Königreich ­
  plötzlich  vcrliesse.
Da  der  Regent  nicht  im  Stande  war,  den  König  aufzusuchen, ­
  dieser  aber  absichtlich  längere  Zeit  in  San  Vincente
verweilte,  um  den  Städten  Zeit  zu  den  Vorbereitungen  für
seinen  Empfang  zu  lassen,  schrieb  ihm  Ximenes,  um  ihn  aufmerksam ­
  zu  machen,  wie  er  die  Granden,  wie  er  den  Infanten
aufnehmen  und  behandeln  solle.  Er  möge  eine  Flotte  gegen
die  afrikanische  Küste  ausrüsten.  Er  übergebe  ihm  das  Königreich ­
  beruhigt,  die  Finanzen  geordnet;  er  möge  ihm  nur  gestatten, ­
  ihm  noch  ferner  Rathschläge  zu  geben.  Für  sich  verlange ­
  er  nur,  dass  der  König  von  seinen  guten  Absichten
überzeugt  sei.  Wohl  aber  möge  der  König  seinen  Bruder  nach
Deutschland  schicken  und  ihm  einen  Theil  der  österreichischen
Erblande  oder  alle  abtreten.  Es  war  offenbar  die  Absicht  des
Cardinais,  Karl  zu  vermögen,  sich  ganz  der  Sorge  um  Spanien
zu  widmen.  Als  jetzt  der  Präsident  des  königlichen  Rathes,
Antonio  de  Rojas,  Erzbischof  von  Granada,  unter  dem  Vorwando, ­
  die  Regentschaft  habe  aufgehört,  sich  an  der  Spitze
des  Rathes  zu  K.  Karl  begeben  und  ihm  den  Infanten  übergeben ­
  wollte,  so  befahl  ihm  und  den  Räthen  K.  Karl,  nicht
ohne  den  Regenten  vor  ihm  zu  erscheinen.  Sie  mussten  nach
Aranda  zurückkehren,  wo  sich  der  Regent  und  ebenso  auch
der  Infant  befanden,  den  der  Marquis  von  Aguilar  nicht  hatte
mitziehen  lassen.  Karl  hatte  nur  gethan,  was  der  Regent  gewünscht ­
  hatte,  der,  als  der  Almirante  von  Castilien  sich  die
Ehre  ausbat,  ihn  zum  Könige  begleiten  zu  dürfen,  dieses  verweigerte ­
  und  ihn  aufforderte,  nicht  in  seiner  Begleitung,  sondern
            
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