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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (Y.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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entsendet  wurde,  ward  die  Sache  nicht  anders.  Ein  Versuch
der  drei  Botschafter,  ein  von  ihnen  unterschriebenes  Document
Ximenes  zur  Unterschrift  zuzusenden,  endete  damit,  dass  der
Regent  es  vernichtete  und  für  sich  allein  ausfertigte.  Es  hatte
dem  Regenten  weder  von  belgischer,  noch  von  spanischer  Seite
an  Verdriesslichkeiten  aller  Art  gefehlt.  Da  hatte  sich  um  die  Stadt
Velenna  bei  Guadalaxara  ein  heftiger  Streit  mit  dem  Herzoge
von  Infantado  entwickelt,  der  bis  zur  Misshandlung  des  erzbischöflichen
  Fiscals  von  Alcala  durch  den  Herzog  führte,  von
dem  Regenten  aber  mit  gleicher  Sanftmuth  wie  Festigkeit  gestillt ­
  wurde.  Noch  schlimmer  gestaltete  sich  ein  anderer
Streit,  um  die  Stadt  Villadefondades,  welche  der  Graf  Giron
von  Urenna  für  sich  in  Anspruch  nahm  und  wobei  dieser  sich
in  höchst  ungeziemender  Weise  gegen  den  königlichen  Gerichtshof ­
  in  Valladolid  auflehnte,  das  Benehmen  des  Grafen,  so  ungesetzlich ­
  es  auch  war,  Unterstützung  bei  den  Granden  fand,
zulezt  aber  nur  dazu  führte,  dass  die  Stadt  Villadefondades
zerstört  wurde  und  Pedro  Giron  sich  unterwerfen  musste,  wollte
er  nicht  als  Hochverräther  behandelt  werden.  Doch  war  es  sehr
bezeichnend,  dass  wie  'Letzterer  gegen  den  Regenten  aufgetreten
war,  so  auch  der  Bischof  von  Zamora  sich  an  die  Spitze  der
Rebellion  zu  stellen  bereit  schien  und  der  Grossconnetable  von
Castilien  den  Aufstand  im  Geheimen  schürte.  Es  kam  noch
der  Streit  um  das  einträgliche  Johanniter-Priorat  Consuegos
dazu,  das  der  Herzog  von  Alba  für  seinen  dx-itten  Sohn
Don  Diego  zu  behaxxpten  suchte,  deshalb  aber  mit  Don
Antonio  Zuniga,  Bnxder  des  Herzogs  von  Bejar,  in  Streit
gekommen  war.  Letzterer  nahm  eine  solche  Ausdehnung  an,
dass  die  Könige  von  Frankreich  und  England  hineingezogen
wurden,  Adrian  und  la  Chaux  einen  Bürgerkrieg  fürchteten,
zuletzt  aber  doch  der  Hei'zog  von  Alba  trotz  der  Verwendung
der  Königin  Germaine  und  des  Cardinais  Adrian  sich  dem
Regenten  unterwerfen  und  Consuegos  zur  Verfügung  des  Königs
stellen  musste.  Das  Schlimmste  aber  war,  was  Don  Pedro
Nunnez  de  Guzman  und  dem  Bischof  von  Astox’ga  angesonnen
wurde,  die  üble  Stimmung  in  Spanien  zur  Erhebung  des  Infanten
Ferdinand  ausbeuten  zu  wollen,  was  wie  bemerkt,  zulezt  zur
gewaltsamen  Beseitigung  der  Umgebung  des  Infanten  führte,
Sitzungsber.  <1.  pliil.-kist.  CI.  LXXIY.  Bd.  III.  Hft.  36
            
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