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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Höflor.

Heinrichs  Tod  einer  seiner  Söhne  römischer  König  werde. 1  Er
habe  dafür  fünf  Churfürsten  gewonnen.  Die  kühnsten  Pläne
waren  damals  gefasst  worden.  Der  Kaiser,  der  katholische
König  und  K.  Franz  verstanden  sich  in  eine  Thoilung  Italiens
auf  Kosten  der  Venetianer,  wobei  Maximilian  Venedig,  Padua,
Treviso,  Riva,  Roveredo,  Friaul,  Florenz,  Pisa,  Livorno,  Siena,
als  Königreich  Italien  entweder  für  K.  Karl  oder  den  Infanten
Ferdinand  erhalten  sollte,  der  französische  König  aber  Verona,
Vicenza,  Legnago,  Valeggio,  Brescia,  Crema,  Bergamo,  Luzern,
Reggio,  Modena,  sammt  einem  Königreiche  der  Lombardei,  das
aus  dem  Herzogthume  Mailand,  den  Marchesaten  Mantua,  Montferrat,
  Montespina,  Ancisa,  Asti,  Piemont  und  Genua  bestehen
sollte.  Zur  Bildung  dieses  Königreichs  war  aber  die  Zustimmung ­
  der  Churfürsten  erforderlich  —  schon  damit  es  Maximilian ­
  nicht  so  ergehe,  wie  K.  Wenzel  bei  der  Bildung  des
Herzogthums  Mailand. 2  Daneben  gedachte  Maximilian  das
Kaiserthum  zu  Gunsten  Karls  niederzulegen  und  K.  Heinrich
zum  König  der  Römer  zu  machen,  Karl  sei  aber  aus  Furcht
vor  K.  Franz  nicht  auf  diesen  Plan  eingegangen.  Der  Kaiser
wünschte  nun,  K.  Heinrich  möge  die  eine  oder  die  andere
Würde  annehmen;  er  selbst  wolle  seinen  Enkel,  den  Infanten,
zum  Könige  von  Oesterreich  machen  und  Reichsmarschall
werden. 3  Maximilian  drang  jetzt  auf  Karls  Abreise,  auf  Ergreifung ­
  der  dazu  nöthigen  Vorbereitungen  und  wenn  sein
Enkel  nicht  nacli  Spanien  gehe,  würde  er  selbst  hingehen;  er
wolle  nicht,  dass  so  viele  Königreiche  für  seine  Familie  verloren ­
  gingen.  Er  werde  selbst  Karl  nach  Dover  begleiten,
wo  dann  die  Roiclisangelegenheiten  mit  K.  Heinrich  besprochen
werden  könnten.
Die  Energie  des  Kaisers  musste  den  königlichen  Rath
zu  einer  Entscheidung  bringen.  Karl  war  allmälig  dahin  gebracht, ­
  dass  er  keine  Wahl  mehr  hatte;  die  Nothwendigkeit

1  The  earl  of  Worcester  an  K.  Heinrich  vom  19.  April  1517.  n.  3141.  3144.
2  Maximilian  bestätigte  diesen  Theilungsvertrag  zu  Lyon  14.  April  in  Gegenwart ­
  der  französischen  Abgesandten;  dass  er  aber  am  11.  März  1516
und  nicht  1517  abgeschlossen  worden  sei,  wie  Brewer  will,  scheint  denn
doch  auf  einem  Irrthum  zu  beruhen.  Vergl.  n.  3233.
3  Maximilians  Unterredung  mit  dem  earl  of  Worcester  am  St.  Georgstage
1517.
            
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