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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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von  Astorga  getroffen  worden  war,  die  Zustimmung-  des  Kaisers,
der  Prinzessin  Margaretha  und  des  königlichen  Rathes  erlangt
und  Alles,  was  man  dem  Infanten  von  der  üblen  Meinung  des
Herrn  von  Chievres  und  des  Kanzlers  gesagt  habe,  irrig  sei.
Beide  Cardinäle  erhielten  den  Auftrag,  mit  dem  Infanten  zu
reden,  ihm  die  geeigneten  Vorstellungen  zu  machen  und  ihm
sodann  ein  Schreiben  Karls  zu  übergeben, 1  das  die  bündigsten
Versicherungen  seiner  Zuneigung  enthielt,  aber  auch  jene
strengen  Massregeln  aussprach,  die  Karl  in  Betreff  der  Umgebung ­
  des  Infanten  verhängte.  Beide  Cardinäle  sollten  Sorge
tragen,  dass  der  Infant  von  dem  Augenblicke  an,  als  ihm  die
königliche  Weisung  zukam,  mit  den  Herren  seines  Haushaltes
nicht  mehr  zusammenkomme.  Dem  Bischöfe  von  Astorga  zumal ­
  war  die  Ungnade  des  Königs  auszudrücken;  er  wie  die
beiden  Anderen  hatten  den  Infanten  ohne  Abschied  zu  verlassen, ­
  der  Capitaine  der  Leibwache  des  Infanten  habe  seinen
Eid  zu  erneuern,  die  Gouvernante  Ferdinands, 2  welche  vom
Hofe  entfernt  worden  war,  solle  zurückgerufen  werden;  über
alles  strenges  Geheimniss  bewahrt  und  was  befohlen  worden
war,  rasch  und  sicher  in  Vollzug  gesetzt  werden.  Ximenes
selbst  werde  dem  Kaiser  über  diese  Vorgänge  berichten.
Nun  geschah  es  aber,  dass  das  wichtige  Paquet  von  dem
Postmeister  fünf  Tage  lang  zurückgehalten,  dann  in  Abwesenheit ­
  des  Cardinais  von  Toledo  von  Adrian  geöffnet  und  dem
Infanten  mitgetheilt  wurde.  Erst  als  in  dem  Haushalte  Ferdinands ­
  und  bei  diesem  selbst  eine  ungeheure  Aufregung  bemerkbar ­
  wurde,  soll  Adrian  den  Fehler,  welchen  er  gemacht,  eingesehen ­
  und  das  Paquet  an  Ximenes  nach  Ayuiliere  geschickt
haben,  wohin  sich  nun  auch  der  vierzehnjährige  Infant  spornstreichs ­
  begab  und  den  Cardinal  mit  Klagen  überhäufte,  dass
man  ihn  seiner  treuesten  Freunde  beraube.  Allein  alle  seine
Vorstellungen  scheiterten  an  der  Festigkeit  des  Cardin  als,
welcher  dem  Infanten  versicherte,  selbst  wenn  ganz  Spanien
sich  einmischen  würde,  so  würde  am  morgigen  Tag  der  königliche ­
  Befehl  in  Ausführnng  gebracht.  Sogleich  Hess  er  auch

1  Weiss  ir.  p.  XXIU.
2  Isabella  von  Carvajal.  Man  nannte  sie.  die  Spionin  des  Cardinais  von
Toledo.

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