K. Karls (V.) erstes Auftreten in Spanien.
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zu geben. Als ihn der nachherige Vicekönig von Neapel,
Munkenvall (?), wegen seiner Vorliebe für die Musik aufzog, besiegte
er ihn im Duell; den Herrn von Glaion warf er im
Turniere nieder. Er galt als der kühnste Reiter, gleich sehr
in Sprachen und in edlen Künsten wohl erfahren. Es war
ein lautes Geheimniss, dass ihm die Frauenwelt wohl wollte
und vor allen die Infantin Leonore eine zärtliche Neigung
fasste, die von ihm in gleicher Gluth heimlich erwiedert
wurde. Allein das Verhältniss wurde durch Leonorens Kammerfrau
Thembe an Chievres verrathen. Es kam jedoch erst zur
Katastrophe, als bereits die Zurüstungen zu Karls Abreise nach
Spanien so viel als vollendet, aber auch die Unterhandlungen
mit K. Emanuel zum Abschlüsse gediehen waren.
Der Pfalzgraf beschloss, den entscheidenden Schritt zu
wagen, sich an die Infantin selbst zu wenden und ihr seine
Hand anzubieten. Der Brief kam in Leonorens Hände, wurde
von ihr gelesen, an ihrem Busen versteckt, aber was Beide als
ein Geheimniss ansahen, dem Könige rasch verrathen. Dieser
erwartete schon im Januar 1517 den Don Pedro Correa, ■ welcher
um die Hand Leonorens sich bewerben solle. 1 Dass
K. Karl solche Pläne in Betreff seiner Schwester hege, konnte
denn doch am Brüsseler Hofe kein Geheimniss sein und wahrscheinlich
war es die Kenntniss derselben, die den Pfalzgrafen
zum entscheidenden Schritte drängte. Allein Friedrich, welcher
sich schon zur Abreise nach Spanien rüstete, sah sich auf einmal
von seiner Geliebten getrennt; der König hatte sich des
Briefes bemächtigt, den die Infantin vergeblich zu verbergen
bemüht war, und damit das Geheimniss der Liebenden erfahren.
Vergeblich suchten Chievres, die Erzherzogin und der Prinz
von Oranien den König zu besänftigen. 2 Karl hatte auf die
erste Nachricht von dem Verhältnisse seiner Schwester, viel
Schlimmeres befürchtend, als sich nachher zeigte, den Degen
gezogen; der Pfalzgraf, für welchen die reiche Erbin des grossen
1 Spinelli an K. Heinrich 11. Jan. 1517. n. 2769. ICnight aber wollte
(16. Febr.) wissen, (lass ein Vertrag wegen Vermählung Leonorens mit
dem portugiesischen Thronfolger abgeschlossen sei. 1. c. n. 2930.
2 Brewer n. 3646.
Sitzungsber. 4. plul.-hist. CI. LXXIV. Bd. III. Hft.
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