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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karls  (V.)  erstes  Auftreten  iu  Spanien.

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Hiezu  kam  noch  die  stete  Spannung  mit  Frankreich,  von
welchem  man  überzeugt  sein  konnte,  es  werde  jede  Gährung
in  Castilien  oder  Aragon  unterstützen,  jedes  Feuer  schüren,
sowie  die  Ungewissheit,  welche  Stellung  hiezu  England,  welche
Portugal  einnehmen  würden.  Nach  den  portugiesischen  Berichten
gestalteten  sich  zwar  die  Dinge  mit  dem  letzten  Reiche  sehr
freundlich.  K.  Emanuel  hatte  nach  dem  Tode  K.  Ferdinands
sowohl  an  die  Königin  Germaine,  als  an  den  Infanten  und  die
castiliauischen  Granden  geschrieben,  und  sein  Beileid  bezeigt,
auch  seinen  Agenten  in  Antwerpen,  Roderich  Ferdinand  Almada,
  beauftragt,  ihm  von  dem,  was  in  Belgien  und  Deutschland ­
  vorgehe,  genauen  Bericht  abzustatten.  Endlich  beschloss
er,  Don  Pedro  Correa,  welcher  als  ein  ausgezeichneter  Diplomat ­
  galt,  an  den  Kaiser  zu  senden,  um  wegen  einer  Vermählung ­
  Karls  mit  der  portugiesischen  Infantin  Isabella  —
Tochter  Emanuels  und  der  spanischen  Infantin  Maria,  somit
Enkelin  K.  Ferdinands  —  und  einer  Vermählung  der  schönen
Infantin  Leonore,  Karls  Schwester,  mit  seinem  eigenen  Sohne,
dem  Thronerben  Don  Joao,  zu  unterhandeln.  1  Correa  wurde
von  Maximilian  sehr  freundlich  aufgenommen,  richtete  aber  in
Betreff  Karls  nichts  aus;  in  Betreff  der  Infantin  Leonore  aber
bildete  sich  doch  ein  Anknüpfungspunkt  für  spätere  Zeiten,
der  freilich  zu  einem  ganz  anderen  Resultate  führte,  als  man
damals  und  bei  Lebzeiten  der  Königin  Maria 2  erzielen  wollte.
Spanischen  Berichten  zufolge  müssen  aber,  als  die  Unterhandlungen ­
  mit  Maximilian  den  gewünschten  Erfolg  nicht  hatten,
neue  und  zwar  mit  Frankreich  eröffnet  worden  sein.  Der  portugiesische ­
  Courrier,  welcher  wegen  Heirathsanträgen  über
Spanien  nach  Frankreich  gehen  sollte,  wurde  jedoch  seiner
Depeschen  beraubt,  diese  dem  Botschafter  Adrian  und  von
letzterem  dem  Cardinal  zugesandt,  welcher  von  nun  an  die
portugiesischen  Angelegenheiten  mit  wachsamem  Auge  verfolgte. ­
 3  Die  Mission  Adrians  nach  Portugal  im  Frühling  1517
steht  wohl  damit  in  Verbindung.
Der  Cardinal  hatte  übrigens  mit  der  Erklärung  zu  Madrid
seine  Stellung  gekennzeichnet.  Dass  er  das  königliche  Ansehen
1  Osorius  p.  291.
2  Sie  starb  bereits  7.  März  1517.  Osor.  p.  310.
3  Gomez  p.  188.
            
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