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Hofier.
wurde; er war es, der den schicksalvollen Rath gab, den Infanten
nicht in Spanien zu versorgen, sondern in Deutschland
und mit den österreichischen Erblanden, somit eine eigentlich
deutsche Secundogenitur-Linie des Hauses Habsburg zu begründen,
Spanien aber mit den Nebenländern ungetheilt in
Einer Hand zu behalten.
Ein rasches und energisches Eingreifen that noth. In
Verbindung mit seinem Vater, dem Grafen von Urenna, hatte
bereits Peter Giron in Audalusien losgeschlagen. Sicilien
stand in Aufruhr und man musste befürchten, dass es den
Franzosen in die Hände gespielt werde. Karl hatte auf die
Nachricht von dem Tode seines Grossvaters prachtvolle Exequien
in Brüssel halten lassen, bei welchen bereits von den katholischen
Königen Juana und Karl öffentlich die Rede war und drei
Male es lebe der König — vivo es el rey — gerufen worden
war. Kai'l hatte gleich einem einzigen rechtmässigen Herrn
an seinen Bruder, an die Königin Germaine, an die Granden
und Prälaten geschrieben; er benahm sich als König und
stellte seine nahe Ankunft in Aussicht. Von der Königin
konnte als Herrscherin keine Rede sein. Man mochte über
den grösseren oder geringeren Grad ihrer Zurechnungsfähigkeit
streiten, und in wie ferne Strenge oder Milde ihren Zustand
lindern werde; darüber aber, dass eine Fürstin, welche
man nicht dazu bestimmen konnte, die gewöhnlichen Functionen
des täglichen Lebens ordentlich zu verrichten, die Reinlichkeit
des Körpers zu pflegen, Speise und Trank zu sich zu nehmen,
in einem Bette zu schlafen, nicht für den Thron passe, konnte
denn doch kein Zweifel sein. Ehe man aber in Spanien über
die Frage des Königthums schlüssig wurde, waren die höchsten
Instanzen der Christenheit mit der Frage zu Ende gekommen.
Nach mittelalterlicher Anschauung kam es Papst und Kaiser
zu, Könige anzuerkennen. Maximilian zögerte auch nicht,
seinen Enkel als König zu begrüssen, unbekümmert darum,
was Castilianer und Argonesen, die doch zunächst darum befragt
werden mussten, dazu sagen würden. P. Leo X. that
dasselbe und so war die Frage nach dieser Seite entschieden.
Maximilian forderte selbst den Herrn von Chievres auf, die
Sache in seine Hand zu nehmen und mit der Annahme des
Königthums nicht zu zögern. Allein das Kronrecht der Königin