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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

K.  Karin  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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Die  Gesundheit  des  Königs  verschlimmerte  sich  zusehends.
Adrian  machte  sich,  vielleicht  von  den  Rathen  des  Catolico
seihst  dazu  veranlasst,  nach  Madrigalejo  auf  den  Wog.  Allein
als  der  Catolico  von  seiner  Ankunft  hörte,  rief  er  aus,  der  ist
gekommen,  mich  sterben  zu  sehen,  und  befahl  ihm,  nach
Guadelupe  zurückzukehren,  wo  er  selbst  das  Capitel  des  Ordens
von  Calatrava  zu  halten  gedachte.  Aber  auch  die  Königin
war  schon  unterwegs  von  Lerida,  wo  sie  den  catalanischen
Cortes  beigewohnt  hatte.  Der  Rath  des  Königs  beeilte  sich,
ehe  sie  ankam,  ehe  sie  ihren  Gemahl  sprechen  konnte,  mit
der  Einrichtung  des  Staates  fertig  zu  werden.  Aufs  Neue
scheint  bei  Ferdinand  der  Gedanke  gekommen  zu  sein,  seinem
gleichnamigen  Enkel  Aragon  in  der  Abwesenheit  Karls  zuzuwenden. ­
  Nur  die  dringendsten  Vorstellungen  seiner  Umgebung, ­
  die  aus  dieser  Massregel  den  schlimmsten  Bruderzwist
entstehen  sah,  brachte  ihn  endlich  davon  ab.  Einem  früheren
Testamente  von  Aranda  de  Duero  1515  gemäss  wurde  der
hochverdiente  Cardinal  von  Spanien  Erzbischof  von  Toledo,
FrayXimenes  von  Cisneros,  Regent  von  Castilien,  des  Königs
natürlicher  Sohn  und  selbst  Vater  einer  Tochter,  der  Erzbischof ­
  von  Saragossa  Regent  von  Aragon,  Don  Ramon  de
Cardona  Regent  von  Neapel,  woselbst  dem  Infanten  Ferdinand
Güter  angewiesen  wurden.  Eine  Masse  von  Legaten  brachte
eine  Reihe  von  Namen  zum  Vorschein,  die  zum  Thcil  schon
vergessen  waren,  und  von  Thatsachen,  welche  offenbar  das
Gewissen  des  Sterbenden  belasteten. 1  Karl  wurde  die  dreifache ­
  Grossmcisterstelle  übergeben,  ihm  aufgetragen,  die  Beamten ­
  zu  belassen,  keine  Ausländer  anzustellen.  Dem  Sterbenden ­
  versagte  beinahe  die  Kraft,  das  Testament  zu  unterzeichnen. ­
  Dann  wurde  die  Königin  hereingelassen.  Sie  war
am  22.  Januar  in  Madrigalejo  eingetroffen.  Ferdinand  hatte
bereits  die  Sprache  verloren  als  sie  kam;  die  Königin  überliess
  sich  dem  Ausdrucke  ihres  Schmerzes,  unter  welchem  der
König  starb,  23.  Januar  1516,  arm  und  seine  Nachfolger  mit
der  Auszahlung  von  Geldsummen  belastend,  die,  man  wusste
nicht  woher,  herbeigeschafft  werden  sollten,  64  Jahre  alt.-1
  Vergl.  Stile  an  K.  Heinrich  VIII.  Depesche  v.  1.  März  1516  n.  1610.
2  En  una  pequena  casa  llamada  de  Santa  Maria  situada  a  corta  distanza
en  la  Cruz  de  los  Barreros.
            
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