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Hofier.
Die Infantin Katalina, welche Juana erst nach dem Tode
Iv. Philipps gebar, befand sich in der klösterlichen Einsamkeit
von Tordesilla unter der Aufsicht des Hüters ihrer Mutter,
Mosen Ferer, welchem diese K. Ferdinand übergeben, und
und der wenigstens nichts that, den Trübsinn der Königin
durch Milde und Sanftmuth zu lindern. Der Infant Ferdinand
befand sich meist bei seinem gleichnamigen Grossvater unter
der Leitung spanischer Adeliger und des Bischofs von Obispo.
So war von einem Familienleben keine Rede, wenn auch Margarethe
von Oesterreich den beiden Infantinen und dem Prinzen
Karl selbst alle mütterliche Liebe schenkte. Die Geschwister
standen einander ferne, kannten sich zum Theilc nicht; die
Mutter mehr und mehr dem Wahnsinne verfallen, die Grosseltern
bis zu dem Grabe einander feindlich, so dass Ferdinand
einmal einen Agenten Maximilians foltern liess. Die beiden
Brüder schienen bestimmt, einmal eine feindliche Stellung gegen
einander einzunehmen. Man konnte sich, als sehr bald auch
die Kunde kam, wie unglücklich es die vierzehnjährige Isabella
mit K. Christian getroffen, wie hoffnungslos Leonore liebe,
wie verwahrlost die Erziehung der Infantin Katalina sei,
kein grösseres Familienunglück denken, als das, was über
K. Philipps Kinder gekommen war.
Es ist nicht bestimmt zu sagen, ob der Prinz Karl von
dem Testamente von Burgos Kenntniss hatte, das ihn von der
Nachfolge in Aragon ausschloss. Man beobachtete begreiflich
in Brüssel mit grossem Argwohne Alles, was in Aragon vor
sich ging. Man konnte wissen, dass der König, von seiner
lebenslustigen Gattin begleitet, und selbst an Wassersucht leidend,
daneben von einer grenzenlosen Jagdlust erfüllt, der Warnungen
der Aerzte spotte, von Ort zu Ort ziehe, seiner Jagdlust zu
fröhnen, dass sein Leben unmöglich sehr lange mehr währen
konnte. Man hatte im Stillen Vorkehrungen getroffen. Für
eine grosse Summe Geldes hatte sich P. Leo X. bereit gefunden,
seine Einwilligung zu geben, es solle Karl Coadjutor
seines Grossvaters in dem Grossmeisterthume der drei reichen
und mächtigen Ritterorden von San Jago, Calatrava und Alcantara
werden, auf welchen wesentlich die Macht der Krone
beruhte und die Ferdinand und Isabella dom Adel entzogen
und der Krone zugewandt hatten. War aber Karl hierin das