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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Hofier.  K.  Earls  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.

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K.  Karls  (V.)  erstes  Auftreten  in  Spanien.
Von
C.  v.  Höfler.

Ungeachtet  aller  Erbansprüche,  welche  Karl  von  Burgund,
Erzherzog  von  Oesterreich,  von  seinen  Eltern  her,  der  Königin
Juana  und  dem  K.  Philipp,  wie  von  seiner  Grossmutter,  der
Königin  Isabella,  auf  die  spanischen  Königreiche  aufweisen
konnte,  waren  dieselben  doch  nichts  weniger  als  unbestritten.
In  Uebereinstimmung  mit  dem  Testamente  der  grossen  Gemahlin ­
  K.  Ferdinands  von  Aragon  und  den  Erklärungen
des  castilianischen  Cortes  zu  Toro  1505,  behauptete  letzterer
das  Recht,  für  seine  Tochter  die  Königin  Juana,  rechtmässiger
Erbin  von  Castilien,  die  Regentschaft  über  die  zahlreichen
Länder  zu  führen,  welche  zu  dieser  Krone  gehörten,  und  wies,
der  Zustimmung  des  Erzbischofs  von  Toledo,  Fray  Ximenes
von  Cisneros,  der  einflussreichsten  Bischöfe  und  Granden  sicher,
jede  Einmischung  Maximilians  zu  Gunsten  seines  Enkels  Kaid
in  die  castilianischen  Angelegenheiten  zurück.  Dadurch  entstand
aber  für  Karls  Nachfolge  eine  wesentliche  Veränderung,  denn
einmal  war  die  Frage  der  Succession  in  Castilien  und  Leon
von  der  in  Aragon  gänzlich  getrennt  und  wenn  auch  Karls
Recht  auf  die  ersten  beiden  Reiche,  in  wie  ferne  es  auf  dem
seiner  Mutter  wurzelte,  nicht  bestritten  werden  konnte,  so  war
damit  noch  lange  nicht  gesagt,  dass  er  auch  in  den  aragonischen
Reichen  Don  Fernandos  Nachfolger  werde.
Nim  trat  wohl  in  der  nächsten  Zeit  die  Unfähigkeit  der
Königin  Juana,  die  Regierung  zu  fuhren,  nachdem  sie  erst
noch  plötzlich  (19.  December  1506)  alle  Gnadenbezeugungen
ihres  verstorbenen  Gemahles  zurückgenommen  und  die  alten
Räthe  in  den  königlichen  Rath  berufen  hatte,  hervor;  allein
gerade  der  traurige  Gemüthszustand  der  Königin  machte  eine
            
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