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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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Bein,  jetzt  3  Zoll  lang,  glatt,  oben  mit  einem  Knöpfchen  versehen, ­
  unter  diesem  eingezogen  und  sofort  wieder  anschwellend,
die  Spitze  scheint  alt  abgebrochen  zu  sein  1  (Taf.  V,  17).
Anderes  Geräthe  verschiedenen  Gebrauches  sind:  die
Gewichte.  Man  fand  dem  Protokoll  zufolge  ein  viereckiges
Gewicht  im  Raume  46,  ebenda  auch  ein  eichelförmiges
Gewicht  aus  Bronze  (Taf.  V,  6),  33  Linien  hoch,  bei  18  Linien
grösstem  Durchmesser,  oben  mit  einem  Oehr  zum  Anhängen
an  den  Wagebalken  versehen,  unten  mit  einem  Tropfen  geschmückt; ­
  von  einem  ähnlichen  unten  spitz  zulaufenden,  mit
Blei  ausgegossenen  Gewichte  fehlt  der  obere  Theil  (Taf.  V,  5).
Ein  im  Raume  25  gefundener  Griff  eines  Geräthes  aus
Bronze,  4‘/a  Zoll  hoch,  hat  die  Gestalt  einer  auf  eine  viereckige ­
  Platte  aufgesetzten,  nach  oben  stark  verjüngten  Säule;
im  Inneren  zeigen  sich  Spuren  von  Eisen  (Taf.  V,  10).
Zwei  andere  Gegenstände  mögen  zum  Geschirre  eines
Maulthieres  gehört  haben;  der  eine  ist  ein  bronzener  Zügelring ­
  (Taf.  Y,  9),  mit  dem  angesetzten  Zapfen  28  Linien  lang,
24  Linien  grösste  Breite;  der  andere  ein  Glöckchen  aus
Bronze,  3  Zoll  2  Linien  hoch,  mit  einem  Ringe  oben  versehen;
die  Mündung  bildet  ein  Viereck  ;  der  eiserne  Klöppel  besteht
aus  einem  Stab,'  der  oben  ringförmig  eingebogen,  nach  unten
breit  gehämmert  ist.  Sie  wurde  vor  dem  Raume  46  gefunden
(Taf.  V,  12).
Alles  übrige  Geräthe  bestand  durchaus  aus  Eisen.  Auch
sie  folgen  hier  in  Gruppen:  zunächst  die  einzige  Waffe,  die
man  fand,  dann  die  Messer,  Bohrer,  Griffel,  Schlüssel,  Eisenschuhe ­
  und  Nägel.
Da,  wie  es  gewöhnlich  bei  Ausgrabungen  wahrgenommen
wird,  die  Germanen  nach  Einnahme  von  römischen  Niederlassungen ­
  vorzüglich  nur  die  Waffen  als  willkommene  Beutestücke ­
  auflasen  und  mit  sich  nahmen,  ist  es  nicht  zu  wundern,
dass  man  auch  in  Windischgarsten  nur  eine  einzige  Waffe  auffand, ­
  eine  Lanzenspitze  (Taf.  IV,  13).  Sie  ist  sarnmt  der
Tülle  9  Zoll  lang,  das  Blatt  1  Zoll  8  Linien  in  grösster  Breite
und  flach;  die  Tülle  hat  einen  Durchmesser  von  8  Linien,
war  also  zur  Aufnahme  eines  leichten  Schaftes  bestimmt;
1  Giiisbei'ger  erwähnt  fj.  50  „ein  Paar  Haarnadeln  aus  Bein“.
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