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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

Unter  den  Gegenständen  des  Schmuckes  wird  eine
Glaskoralle  von  dunkelblauer  Farbe,  gerippt  und  durchbohrt,
ferner  ein  Glasring  genannt,  von  weisser  Farbe,  der  Grösse
nach  für  den  Finger  eines  Kindes  bestimmt.  Die  Fundstelle
beider  ist  nicht  bekannt.
Von  metallenen  Objecten  dieser  Art  sind  die  Fibulae
schon  oben  erwähnt  worden  (s.  S.  479);  jene,  welche  der
Form  nach  in  eine  spätere  Zeit  gehört,  ist  mit  Silber  plattiert.
(Taf.  VI,  10).
Ihnen  soll  hier  der  im  Raume  66  gefundene  Ring  aus
Silberdraht  (Taf.  V,  7)  angereiht  werden,  in  welchen  eine
mit  Bronze  gefütterte  römische  Silber  münze,  deren  völlig
verschliffenes  Gepräge  die  Spuren  eines  Frauenkopfes  auf  der
einen  Seite  trägt,  dann  ein  kleines  Silbermedaillon  mit
Oehr  und  mit  der  Reliefdarstellung  einer  Schildkröte  (Rückseite ­
  leer),  endlich  ein  zierlich  gearbeiteter  Phallus  aus  Silber ­
  eingehängt  waren.  Offenbar  sind  diese  Gegenstände  mit
dem  Ringe  um  den  Hals  als  Amulett  (phylacterium)  gegen  die
Einwirkung  insgeheim  thätiger  schädlicher  Kräfte,  wie  des
bösen  Blickes,  getragen  worden.  Die  Münze  selbst  hat  wahrscheinlich ­
  das  Bild  einer  Heilgottheit  (Aesculap,  Hygieia,  Salus
od.  dgl.)  auf  der  Rückseite  enthalten  und  ist  desshalb  den  übrigen ­
  Symbolen  hier  angereiht  worden.  Die  kleinen  zu  gleichem
Zwecke  getragenen  goldenen  Medaillons,  welche  das  menschliche ­
  Auge  und  um  dieses  herum  verschiedene  Thierfiguren
zeigen,  die  mit  den  Heilgöttern  in  Beziehung  stehen,  sind
bekannt.  Auf  zwei  solchen  im  Castrum  von  Mainz  gefundenen
befand  sich  unter  diesen  Thiergestalten  auch  die  Schildkröte.
Der  Phallus  endlich  ist  allgemeines  Symbol  der  Zeugungskraft
und  Fruchtbarkeit.  (Vgl.  hierüber  Lindenschmit  in  der  angeführten ­
  Schrift  S.  29.)
Weiter  wird  noch  eine  Verzierung  aus  Bronze  erwähnt,
mit  Silber  plattiert  (Taf.  VI,  4),  1  Zoll  hoch,  wol  das  Anhängsel ­
  eines  Riemens  oder  Ortstück  eines  Geräthes,  dann  ein
Haken  von  Bronze,  gleichfalls  mit  Silber  plattiert  (Taf.  VI,
14),  die  ehemals  viereckige  Platte  (1  '/ 2  Zoll  im  Quadrat)  mit
gestanzten  concentrischen  Kreislinien  geschmückt.  Eine  Verzierung
  aus  Bronze,  die  wol  einem  Ohrgehänge  angehörte,
li/ 3  Zoll  lang  (Taf.  V,  8)  trug  in  den  vertieften  Feldern  des
            
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