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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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H  ö  f  16  r.

der  Saracenen  in  Italien  Besprechungen  stattfanden.  Hingegen
hatte  sich  eine  englische  Gesandtschaft  schon  Ende  December
nach  Wels  in  Oberösterreich  zu  Kaiser  Maximilian  verfügt,  wie
es  scheint,  den  allgemeinen  Bund  gegen  die  Osmaneu  mit  Aufnahme ­
  Maximilians  und  K.  Karls  zu  verstärken.  Allein  der  Kaiser
konnte  nicht  viel  mehr  als  seine  Befriedigung  darüber  ausdriicken,
  dass  sich  König  Heinrich  an  die  Spitze  eines  Kreuzzuges ­
  gegen  die  Osmanen  stellen  wolle.  Aus  einem  starken
Katarrh  war  ein  Fieber  geworden,  das  alle  Hoffnung  benahm.
Eben  hatte  König  Karl  200,000  Dukaten  für  seine  Wahlangelegenheit ­
  dem  Kaiser  gesandt.  '  Spinelli  2  konnte  selbst  berichten, ­
  dass  der  spanische  Gesandte  Armerstorff  mit  Wechseln
auf  250,000  Ducaten,  zahlbar  am  1.  April,  abgesendet  worden
war; 3  nur  200,000  hatten  die  aragonischen  Cortes  ihrem  Könige ­
  bewilligt.  König  Karl  war  aber  nach  dem  Berichte
Spinelli’s  in  alles  eingegangen, 4  was  der  Grossvater  verlangt
hatte.  Das  Haus  Hohenzollern  zu  gewinnen,  fand  gerade  damals
die  Verlobung  des  Markgrafen  Johann  von  Brandenburg,  der
sich  in  Brüssel  aufhielt,  mit  der  Königin  Wittwe  Germaine  von
Aragonien  statt. 5  Da  kam  die  Nachricht  von  dem  Tode  des
1  Nach  Giustiniani  vom  19.  Jan.
2  IV.  1.  n.  36.
3  Das  Schreiben  Spinelli’s  vom  23.  Jan.  1519  hatte  offenbar  Kenntniss
von  dem  grossen  Schreiben  Maximilians  an  seinen  Enkel  bei  Le  Glay.  1.  c.
4  n.  50.
5  Es  ist  interessant,  was  Petrus  Martyr  XVI.  cal.  April.  1519  von  Barcelona ­
  aus  schrieb.  Germana  ex  catholico  Eernaudo  vidua,  ex  regina
transformata  est  in  marchionissam,  umbratiü  Brandalburgensi  marchioni
nupsit.  Impudice  jam  sese  ostentat  gemmis  auroque  onusta.  Hoc  rex
promiserat,  si  verus  marchio  elector  hujus  frater  suo  adesset  suffragio  in
electione.  Nullum  habuit  magis  adversum  bona  foemina,  de  conditionibus
nil  curans  rem  apprehendit,  verba  non  fecit  irrita,  foemineum  opus  exegit
et  vetitis  diebus  quadragesimalibus;  ardentius  propterea  furit,  quia  quo  flagitiosius
  aut  impudentius  quid  committitur,  eo  teuacius  absorbetur.  Interessante ­
  Urkunden  darüber  fand  ich  einst  im  Bamberger  Archiv  und  trat
sie  Minutoli  zur  Veröffentlichung  ab.  Friedrich  I,  II.  Abschnitt  n.  IV.
Die  Vermählung  fand  am  17.  März  1519  statt;  der  Markgraf  wurde  zum
König  von  Bugia  (King  of  Bogye  in  Africa)  erhoben.  Brew.  III.  1.  n.
130;  er  starb  am  5.  Juli  1525  zu  Valencia.
Petrus  Martyr  sagt  von  der  20jährigen  Krankheit  des  Kaisers:  Teneros
puellae  amplexus  fama  est  illi  properasse  interitum  fluxu  sanguinis.  Barcelona ­
  VII  cal.  Mai  1519.  Kaum  wahrscheinlich!
            
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