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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabnngen  in  Windisch-Gareten.

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des  tüchtigen  Generidus  nicht  nachdrücklich  genug-  aufrecht
gehalten  wurde,  —  sondern  auch  im  Einzelnen  ist  für  Laureacum
  und  Lentia  aus  der  um  400  abgefassten  Notitia  dignitatum
  der  Bestand  von  Castellen  nachweisbar  und  lassen  sich
selbst  die  Besatzungen  derselben  nennen.  Ja  aus  der  vita  Severini
  von  Eugippius  geht  hervor,  dass  römisches  Leben  noch
nach  454  in  Laureacum  herrschte  und  die  Römer  selbst
Besatzungen  im  Lande  hielten  K
Die  Fundmünzen  lassen  überhaupt  eine  Zeitbestimmung,
die  nur  auf  die  Jahre  der  Regierung  des  Münzherrn,  von  dem
sie  geschlagen  wurden,  sich  gründet,  nicht  zu,  da  sie  ja  auch
nach  dem  Tode  desselben  noch  durch  längere  Zeit  circuliert
haben  können,  bevor  sie  an  die  Fundstelle  gelangten.  Nur  in
dem  Falle,  wenn  unter  dem  betreffenden  Kaiser  eine  Veränderung ­
  in  den  Münzsorten  eintrat,  so  dass  ältere  aufgerufen
und  neue  ausgegeben  wurden,  reichen  die  Münzen  für  eine
Zeitbestimmung  auf’s  Jahr  aus.  Aetmliches  ist  zwar  im  Jahre
395  verordnet  worden,  doch  betraf  das  Gesetz  nur  die  Mittelbronzestücke, ­
  deren  Circulation  beseitigt  werden  sollte,  dagegen
durfte  das  Kleinkupfer  auch  noch  weiter  umlaufen 2 .  Es  ist
also  sehr  wol  möglich,  dass  die  in  Windischgarsten  gefundenen ­
  Kleinkupferstücke  der  constantinischen  Epoche  und
selbst  die  diesen  gleichwerthigen  devalvierten  Weisskupferdenare
aus  der  zweiten  Hälfte  des  dritten  Jahrhunderts  noch  lange
nach  Valens  im  Verkehre  gewesen  seien.  Ein  sehr  bezeichnendes ­
  Beispiel  für  die  lange  Umlaufsdauer  von  Münzen,  die  aus
der  Mitte  des  IV.  Jahrhunderts  stammen,  gewährt  der  Fund
von  Monteroduni,  der  aus  1000  Kupferdenaren  bestehend
neben  ostgothischen  Münzen  (bis  zum  Jahre  550),  als  der
grösseren  Menge,  Prägen  aus  der  Zeit  der  nächsten  Nachfolger
Constantin’s  des  Grossen,  dann  von  Anastasius,  Justinian  I.
und  von  vandalischen  Königen  enthielt 3 .
1  Eugippius  cap.  21.  Es  ist  hier  die  Rede  von  Soldaten,  welche  nach  Italien ­
  giengen,  um  für  sich  und  ihre  Kameraden  den  rückständigen  Sold
zu  bringen.  Dabei  heisst  es  :  Zur  Zeit  als  das  Römerreich  noch  bestand,
wurden  in  vielen  Städten  zur  Bewachung  der  Grenzen  Soldaten  auf
öffentliche  Kosten  unterhalten.  Es  ist  die  Zeit  des  hl.  Severinus  (Anfang
der  zweiten  Hälfte  des  V.  Jahrhunderts).
2  Mommsen,  Gesch.  des  röm.  Münzw.  S.  825.
3  Mommsen  a  a,  0.
            
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