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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

erscheinen,  dass  die  Gefässe  dieser  Art  keineswegs  aus  einer
älteren  Zeit,  etwa  der  vorrömischen  sogenannten  Bronzezeit
herrühren.  Vielmehr  stammen  sie  aus  einer  späteren  Zeit  als
die  Gefasse  von  terra  sigillata  her  und  sind  wol  überhaupt  als
einheimisches  Fabricat  zu  betrachten.  Freilich  lässt  sich  eine
genauere  Bestimmung  der  Zeit  nicht  geben,  die  wenigen  ornamentierten ­
  Fragmente  reichen  dazu  nicht  aus.  Wol  aber  muss
der  Gedanke  abgewiesen  werden,  dass  sie  als  Thongeschirr
einfacherer  Art  für  den  Gebrauch  der  Küche  neben  den  Gefässen
  aus  terra  sigillata  in  Verwendung  gestanden  hätten,  also
diesen  gleichzeitig  gewesen  wären.  Denn  das  diesen  gleichzeitige ­
  ganz  einfache  Geschirr  ist  noch  immer  von  einer  Technik, ­
  welche  sich  von  der  Bereitungsweise  der  eben  in  Rede
stehenden  Geschirre  scharf  abhebt;  der  Thon  ist  fein,  sehr
hart  gebrannt,  die  Wandung  viel  dünner,  die  Farbe  zumeist
röthlich;  vertieft  eingedrückte  Ornamente  fehlen  ganz,  dafür
zeichnet  es  sich  durch  leichte  saubere  Formen  aus.  Vielmehr
werden  jene  Gefässe  nach  dem  schon  mehr  zum  Mittelalter
hinneigenden  Charakter  der  Arbeit  als  die  schöneren  Stücke
einer  herabgekommenen  Verfallzeit  betrachtet  werden  müssen
und  frühestens  dem  IV.  Jahrhunderte  und  zwar  eher  der
zweiten  Hälfte  desselben  als  der  ersten  angehören.
Als  diesen  gleichzeitige,  für  den  untergeordneten  Gebrauch
bestimmte,  vielleicht  selbst  aus  noch  späterer  Zeit  herrührende
Gefasse  werden  jene  anzusehen  sein,  welche  nach  den  Vorgefundenen ­
  Fragmenten  eine  dunkle  schmutzig  schwarze  Farbe
und  dicke  Wandung  haben,  nicht  auf  der  Scheibe  gedreht  sind
und  daher  auch  nicht  an  allen  Stellen  gleichmässig  ausgearbeitet ­
  erscheinen,  nur  obenhin  am  offenen  Feuer  wenig  gebrannt ­
  wurden  und  aller  Verzierung  entbehren.
Es  lassen  sich  also  ähnlich  wie  bei  den  Münzen  und
Ziegelstämpeln,  so  auch  bei  den  Gefässen  zwei  Reihen  unterscheiden, ­
  die  einen  reichlicher  vertreten  und  einer  guten  Zeit
angehörend,  die  andern  aus  einer  spätem  Zeit  und  deren  Dürftigkeit ­
  und  Verfall  anzeigend.
Die  Fundobjecte  aus  Metall  (Silber,  Bronze,  Eisen)
sind  von  der  Verwaltung  des  Museums  Francisco-Carolinum
zum  Zwecke  ihrer  Abbildung  und  Bestimmung  an  den  Director
  des  römisch-germanischen  Central-Museums  in  Mainz,
            
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