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Kenne r.
scharf ausgedruckten erhabenen Buchstaben vor; sie wurde
im Raume 16 des Frauenbades gefunden.
Die eingeritzten Schriftzeichen sind nicht Buchstaben
der Cursiv-, sondern der Lapidarschrift, was daraus sehr wol
erklärt werden kann, dass sie nicht in den noch feuchten
Thon, wie bei den Ziegeln, also auch nicht während der Fabrication,
sondern lange nach derselben in den harten und
spröde gewordenen Stoff eingegraben wurden; in diesen konnte
der Schreibende nicht in einem Zuge die Zeichen darstellen,
sondern musste öfter ritzen und dabei absetzen. Dazu eignet
sich die Cursivschrift mit dem fliessenden Zuge und den vielen
abgerundeten Zeichen nicht, wol aber die aus geraden Linien
zusammengesetzten Buchstaben der Lapidarschrift.
Die eingeritzten Zeichen sind entweder vollausgeschriebene
Personennamen, wie I(ul?) REstVTVS (Taf. III, ]) auf
der Innenseite des schon oben genannten Deckels, oder Reste
von solchen, wie FIRMus (Taf. 111, 2), prIMus (?) (Taf. III, 3)
Clv . N . . . (Taf. III, 4) oder Monogramme, deren Auflösung
kaum möglich sein dürfte (Taf. III, 5, 6), oder endlich einzelne
Buchstaben, wie A, X, III Der Zweck dieser Namen und
Zeichen bestand wol darin, von mehreren gleichen oder sehr
ähnlichen Schalen oder Tellern die für den Gebrauch eines
Einzelnen bestimmten kenntlich zu machen, um einer Verwechslung
vorzubeugen. Die Buchstaben zeigen grosse regelmässige
Linien; von ihren Formen ist nur eine zu bemerken;
es erscheint nämlich in dem abgekürzten Namen CI . N . . .
das 1 in derselben Weise wie im Töpferstämpel lupu . . ., es
sind also die Namen ziemlich in derselben Zeit eingeritzt worden,
in welcher die Schalen hergestellt wurden, wenigstens
wird der Zeitunterschied zwischen beiden kein zu grosser
gewesen sein.
Die Vorstellungen im Relief sind die gewöhnlichen, alle
aber nur mehr in sehr kleinen Fragmenten erhalten, so dass
es oft recht schwierig ist, die Bedeutung der Figuren zu
erkennen. Amor, mit Apfel und Fackel schwebend, und Gladiatoren
kommen am häufigsten vor, letztere reihenweise angeordnet
oder mit Thierfiguren aus der Arena abwechselnd, bald
frei, bald von sich schneidenden Kreislinien wie mit Bügen
eingefasst. Ausserdem findet sich Venus, auf einem andern