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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

nitivs  sehr  wol  erklären,  der  Stampe!  würde  dann  NuMeRI
„numeri“  zu  lesen  sein.  An  Analogien  fehlt  es  nicht.  So  besitzt ­
  das  k.  lc.  Antiken-Cabinet  mehrere  Ziegel,  auf  denen
eine  Cohorte  gleichfalls  im  Genitiv  und  ohne  erklärenden
Zusatz  genannt  ist;  die  Stämpel  sind:  COURTS,  COHRTiS  *,
CHORTIS.  Demnach  werden  wol  die  Stämpel  1  —  5  mit
NuMeRI,  NuMeRi,  NVM(eri),  NVMERi,  NuMERi  aufzulüsen
  sein.
Anders  ist  es  mit  Stämpel  6;  hier  begegnet  in  der  Ligatur ­
  ein  Zeichen,  welches  aus  dem  Worte  numerus  nicht  erklärt ­
  werden  kann,  nämlich  ein  mit  M  verbundenes  B,  das
Gaisberger  auf  zwei  Ziegeln  vorfand.  In  demselben  ist  nun
mit  Grund  die  Abkürzung  eines  zweites  Wortes,  das  mit  B
anhebt  und  den  erklärenden  Zusatz  enthält,  zu  vermuthen.  Gaisberger ­
  ergänzt  es  mit  Recht  durch  Brittonum.  Die  cohors  I
Aelia  Brittonum  ist  gerade  aus  einem  norischen  Inschriftstein ­
  und  aus  einer  Zeit,  welche  der  Errichtung  der  mansio
sehr  nahe  kommt,  erwiesen  als  Besatzung  der  Provinz 2 .  Es
lässt  sich  also  mit  Grund  voraussetzen,  dass  eine  Abtheilung
dieser  Cohorte  in  Ernolatia  lag,  eben  zur  Zeit,  als  die  mansio
erbaut  wurde.  Dagegen  darf  das  zweite  Zeichen  des  Stämpels
6  M  nicht  mit  militum  aufgelöst  werden,  da,  wie  kurz  vorher
bemerkt,  dieses  Wort  in  den  Titel  der  numeri  nicht  aufgenommen ­
  ward,  wenn  der  Volksname  beigesetzt  war.  Es  ist
also  der  Stämpel  6:  NuMeri  Brittonum  zu  lesen.  Sehr  wahrscheinlich ­
  ist  auch  bei  den  andern  Stämpeln  1—5  der  Zusatz
Brittonum  zu  verstehen,  wenn  er  gleich  nicht  dargestellt  ist,
Wenn  der  vereinzelte  Ziegel  mit  dem  Stämpel  ALA  .  .  .
nicht  zufällig  mit  anderm  Baumateriale  hingebracht  wurde,  so
kann  er  als  Beweis  gelten,  dass  auch  eine  Reiterabtheilung  in
Ernolatia  stationiert  war,  wahrscheinlich  war  es  dann  eine  thracische;
  in  Salzburg  (Juvarum) 3  begegnet  inschriftlich  die  ala
I  Thracum,  in  Hohenstein  (Kärnthen,  binnenländisches  Noricum)
die  ala  I  Augusta  Thracum, 4  auch  im  Brantelhofer  Steine

1  Gef.  am  Hohen  Markte  in  Wien.
2  Jahr  238.  Der  Stein  in  Urantelhof  in  Steiermark.  Eichhorn  II.  80.
3  v.  Ilefner  in  den  Denkschr.  der  k.  Akad.  d.  W.  I.  nr.  13.
4  v.  Jaborneg'g,  Kärnthens  Römische  Alterthümer  S.  97.
            
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